longevitywatch
Forschung · Zellen & DNA

Buck Institute startet Healthspan Horizons, um die Lücke zwischen Lebens- und Gesundheitsspanne zu schließen

Redaktion LongevityWatch · 28. März 2026 · 2 min · English

Die Menschen leben länger. Aber nicht unbedingt gesünder. Das Buck Institute for Research on Aging hat eine neue Initiative angekündigt, die gezielt darauf abzielt, die in guter Gesundheit verbrachten Lebensjahre zu messen und zu verlängern – ein Ziel, das sich leichter formulieren als verwirklichen lässt.

Healthspan Horizons, diese Woche ins Leben gerufen, richtet sich gegen das, was das Institut als eines der drängendsten ungelösten Probleme der modernen Medizin bezeichnet: das Fehlen zuverlässiger, standardisierter Methoden zur Messung der Gesundheitsspanne. Ohne valide Messinstrumente lässt sich kaum feststellen, ob eine Intervention tatsächlich die gesunden Lebensjahre verlängert hat – oder ob sie den Tod lediglich hinausgezögert und dabei Jahre der Krankheit hinzugefügt hat.

Das Buck Institute mit Sitz im kalifornischen Novato gehört zu den weltweit führenden unabhängigen Forschungseinrichtungen auf dem Gebiet der Alternsforschung. Das neue Programm bringt Wissenschaftler, Kliniker und Technologen zusammen, um Biomarker zu identifizieren und zu validieren, die die Gesundheitsspanne – und nicht nur die Lebensspanne – zuverlässig und individuell über die Zeit hinweg erfassen können.

Warum Gesundheit schwerer zu messen ist als Lebenszeit

Die Lebensspanne ist binär: Man zählt die Jahre. Die Gesundheitsspanne ist mehrdimensional. Sie umfasst kognitive Leistungsfähigkeit, körperliche Kapazität, Stoffwechselgesundheit, Immunkompetenz und psychisches Wohlbefinden – jeder dieser Bereiche erfordert eigene Messmethoden, eine Längsschnittverfolgung und große Stichprobengrößen, um aussagekräftige Signale zu liefern. Wissenschaftlicher Konsens darüber, welche Kombination von Biomarkern „gesundes Altern" als zusammengesetztes Ergebnis am besten abbildet, fehlt bislang.

Das hat unmittelbare Folgen weit über die Wissenschaft hinaus. Regulierungsbehörden wie die FDA erkennen das Altern selbst derzeit weder als Krankheit noch als behandelbare Indikation an. Das macht es außerordentlich schwierig, klinische Studien für alternsgerichtete Interventionen durchzuführen – es gibt keinen anerkannten primären Endpunkt, an dem Erfolg gemessen werden könnte. Eine validierte Biomarker-Suite für die Gesundheitsspanne könnte diese Gleichung verändern und einen Regulierungsweg für Therapien öffnen, die gegenwärtig keine Zulassungsperspektive haben.

Ambitionen und offene Fragen

Details zu konkreten Projekten und zur Finanzierung sind zum Auftakt noch rar. Was die Ankündigung signalisiert, ist eine strategische Schwerpunktverlagerung: weg vom Verständnis des Alterns auf molekularer Ebene, hin zur Beschleunigung der Übersetzung in klinisch messbare Ergebnisse, die für Patienten tatsächlich relevant sind. Ob Healthspan Horizons die der Forschung fehlenden Messinstrumente liefert – oder zu einer weiteren Initiative wird, deren Anspruch die tatsächlichen Ergebnisse übersteigt – wird sich erst in einigen Jahren zeigen.

Originalartikel lesen

Was sagt die Evidenz dazu?
Was macht ein Vitamin-D-Mangel mit deiner DNA?
Ja · Mäßige Evidenz
Verwandte Forschung
09 Jul
Mitochondrien regulieren ihre Energieproduktion über den pH-Wert selbst
06 Jul
Blutzellen der Gefäßwand befeuern Entzündungen durch den Abbau von Mitochondrien
30 Jun
Sport bremst die Gehirnalterung über Mitochondrien
Newsletter

Bleib auf dem Laufenden

Zweimal pro Woche die wichtigste Longevity-Forschung in deinem Postfach.