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Ein Fokus-Nahrungsergänzungsmittel könnte Männern Jahre kosten

Redaktion LongevityWatch · 8. September 2026 · 1 min · English

Ein weit verbreitetes Nahrungsergänzungsmittel, das für Konzentration und geistige Leistung vermarktet wird, könnte die Lebenserwartung von Männern verkürzen. Eine große Studie mit mehr als 270.000 Teilnehmern brachte höhere Blutspiegel der Aminosäure Tyrosine mit einer kürzeren Lebensspanne bei Männern in Verbindung, während bei Frauen kein nennenswerter Effekt festgestellt wurde.

Tyrosine ist eine Aminosäure, die natürlich in eiweißreichen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch und Käse vorkommt. Der Körper nutzt sie zur Herstellung von Botenstoffen wie Dopamin. Sie wird außerdem als Nahrungsergänzungsmittel verkauft, häufig mit dem Versprechen, Konzentration und kognitive Leistung zu verbessern – was diesen Befund für gesundheitsbewusste Konsumenten besonders relevant macht.

Die Studie verknüpfte Beobachtungsdaten mit einer genetischen Analyse, die als Mendel'sche Randomisierung bekannt ist. Bei dieser Methode wird der Einfluss einer genetisch bedingten Neigung zu höheren Tyrosine-Spiegeln von anderen Lebensstilfaktoren getrennt. Die Forschenden stellten fest, dass erhöhte Tyrosine-Werte die Lebenserwartung von Männern um knapp ein Jahr verringern könnten. Bei Frauen zeigte sich kein entsprechender Effekt.

Ein Geschlechterunterschied, der Fragen aufwirft

Warum der Effekt nur bei Männern auftrat, lässt sich bislang nicht abschließend erklären. Denkbar sind hormonell bedingte Unterschiede im Tyrosine-Stoffwechsel zwischen Männern und Frauen oder Wechselwirkungen mit anderen Stoffwechselwegen. Die Forschenden bezeichnen das Ergebnis als bemerkenswert und betonen, dass weitere Untersuchungen nötig sind.

Es handelt sich um eine Assoziationsstudie, das heißt, ein direkter ursächlicher Zusammenhang zwischen Tyrosine und einer kürzeren Lebensspanne ist noch nicht belegt. Die genetische Komponente macht den Befund plausibler, schließt aber alternative Erklärungen nicht aus.

Was das für Nutzer von Nahrungsergänzungsmitteln bedeutet

Wer derzeit Tyrosine-Präparate einnimmt, hat Anlass zur Vorsicht, aber keinen Grund zur Panik. Der gemessene Effekt ist vergleichsweise gering, und der zugrundeliegende Mechanismus ist noch nicht verstanden. Tyrosine aus gewöhnlichen Lebensmitteln wurde in dieser Studie nicht gesondert als Risikofaktor untersucht.

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Suchbegriffe zur weiteren Recherche: Mendelian randomisation life expectancy, tyrosine metabolism mortality, amino acid supplementation health risk

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