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Forschung · Zellen & DNA

Ein molekulares Signal hält Blutzellen jung

Redaktion LongevityWatch · 1. Juli 2026 · 1 min · English

Mit zunehmendem Alter lässt die Blutbildung nach. Forschende haben nun eine einzige molekulare Bremse identifiziert, die diesen Rückgang antreibt – und gezeigt, dass sie sich lösen lässt, mit bemerkenswerten Auswirkungen auf die Blutzellenproduktion.

Die Produktion von Blutzellen – die Hämatopoese – nimmt mit dem Alter ab. Die Folgen sind spürbar: weniger rote Blutkörperchen, eine geschwächte Immunabwehr und eine höhere Anfälligkeit für Infektionen und Anämie. Eine neue Studie, erschienen in Nature Aging, benennt einen konkreten Mechanismus hinter diesem Rückgang: Schadenssignale, die von verkürzten Chromosomenenden, den sogenannten Telomeren, ausgehen.

Unterdrückung des Schadenssignals stellt die Funktion wieder her

Telomere sind Schutzkappen an den Enden jedes Chromosoms. Bei jeder Zellteilung verkürzen sie sich. Unterschreiten sie eine kritische Länge, lösen sie ein Warnsignal aus, das die weitere Teilung stoppt. Normalerweise ist das ein sinnvoller Schutzmechanismus, der verhindert, dass beschädigte Zellen sich unkontrolliert vermehren. In blutbildenden Stammzellen – den hämatopoetischen Stammzellen – unterdrückt eben dieses Signal jedoch auch die Produktion gesunder Blutzellen.

Die Forschenden prüften, ob sich dieses Schadenssignal durch gezielte Eingriffe in nicht-kodierende RNA-Moleküle, die mit Telomeren assoziiert sind (telomere RNA), abschwächen lässt. Der Ansatz zeigte Wirkung. Bei Mäusen ohne das Enzym, das die Telomerlänge aufrechterhält (Telomerase-defiziente Mäuse), sowie bei normal gealterten Wildtyp-Mäusen ließ sich die Blutzellenproduktion durch die Behandlung wieder herstellen. Auch die Funktion menschlicher hämatopoetischer Stammzellen verbesserte sich unter Laborbedingungen. Diese Ergebnisse veröffentlichen die Forschenden in ihrer Publikation.

Was das für die Immunalterung bedeutet

Die Befunde sind vorläufig und stützen sich teilweise auf Tiermodelle. Ob der gleiche Ansatz beim Menschen wirksam und sicher ist, bleibt noch zu klären. Die Richtung ist dennoch bemerkenswert. Ein Großteil des altersbedingten Immunrückgangs lässt sich auf einen Mangel an funktionstüchtigen Stammzellen im Knochenmark zurückführen. Wenn Telomer-Schadenssignale diese Stammzellen beeinträchtigen, ist deren Unterdrückung ein plausibler therapeutischer Ansatz. Die Studie liefert einen konkreten Mechanismus für das Verständnis der Blutzellenalterung und ist für die Forschung zur Immunoseneszenz von unmittelbarer Relevanz.

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Suchbegriffe zur Vertiefung: telomere DNA damage signalling, haematopoietic stem cell aging, immunosenescence bone marrow

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