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Forschung

Körperfett bei Kindern steigt mit sechs Jahren nicht wieder an

Redaktion LongevityWatch · 2. August 2026 · 1 min · English

Seit 42 Jahren gilt ein steigender BMI bei Sechsjährigen als Frühwarnsignal für Adipositas. Neue Forschung legt nahe, dass dieser Alarm möglicherweise völlig unbegründet ist.

Wenn Forscher das Körperfett direkt messen, statt sich allein auf den BMI zu stützen, zeigt sich kein tatsächlicher Anstieg von Fettgewebe um das sechste Lebensjahr. Die Studie belegt, dass das zusätzliche Gewicht auf wachsende Muskeln und Knochen zurückgeht, nicht auf eine Ansammlung von Fett. Das als "adiposity rebound" bekannte Phänomen scheint eine normale Wachstumsphase zu sein, kein Risikoindikator.

Ein normaler Prozess, der seit Jahrzehnten falsch eingeordnet wird

Der Begriff "adiposity rebound" bezeichnet den Zeitpunkt, an dem der BMI nach einem Rückgang im Kleinkindalter wieder zu steigen beginnt. Da dieser Anstieg bei manchen Kindern früher einsetzt, wurde er lange als Vorhersagemerkmal für spätere Adipositas herangezogen. Der BMI ist jedoch ein grober Näherungswert. Er unterscheidet nicht zwischen Fett, Muskel und Knochen. Wird ein genaueres Verfahren zur Messung der Körperzusammensetzung eingesetzt, tritt der vermeintliche Fettanstieg schlicht nicht auf.

Die Forscher argumentieren, dass diese Unterscheidung für die Kinder-Gesundheitspolitik von enormer Bedeutung ist. Kinder wurden als Risikofälle eingestuft, Eltern wurden beunruhigt, und Interventionen wurden empfohlen, und das alles auf der Grundlage eines Maßes, das niemals tatsächlich Fett erfasst hat.

Folgen für die gesundheitspolitische Weichenstellung im frühen Lebensalter

Aus der Perspektive der Langlebigkeitsforschung sind die frühen Lebensjahre ein sensibles Zeitfenster für die Entwicklung einer gesunden Körperzusammensetzung, also des Gleichgewichts zwischen Fett, Muskel und Knochen, das die Stoffwechselgesundheit über die gesamte Lebensspanne prägt. Normales Wachstum als krankhaft einzustufen könnte das Verhältnis eines Kindes zum eigenen Körper und zu gesundheitsbewusstem Verhalten über Jahrzehnte beeinflussen.

Die Ergebnisse fordern eine Neubewertung von Leitlinien zur Adipositas-Prävention, die sich bei Kindern vorrangig auf BMI-Grenzwerte stützen. Direktere Methoden zur Messung der Körperzusammensetzung sollten nach Ansicht der Forscher zum Standard in der kinderärztlichen Routineversorgung werden. Ob bestehende Leitlinien tatsächlich überarbeitet werden, bleibt abzuwarten.

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