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Forschung

Trump entlässt das gesamte Aufsichtsgremium der größten amerikanischen Wissenschaftsfördereinrichtung

Redaktion LongevityWatch · 5. Mai 2026 · 2 min · English

Die National Science Foundation, die jährlich rund neun Milliarden Dollar an Forschungsgeldern vergibt, hat kein unabhängiges Leitungsgremium mehr. Präsident Trump hat sämtliche Mitglieder entlassen. Die Folgen für die biomedizinische Forschung und die Longevity-Forschung sind konkret.

Die National Science Foundation ist eine der wichtigsten Triebkräfte der Grundlagenforschung in den Vereinigten Staaten. Sie finanziert Projekte in Biologie, Physik, Informatik und Medizin an Universitäten und Forschungseinrichtungen im ganzen Land. Ein erheblicher Teil dieser Mittel fließt in die biomedizinische Forschung, darunter Studien zu Alterungsprozessen, Neurodegeneration und Gesundheit im höheren Lebensalter. Die Entlassung des gesamten unabhängigen NSF-Gremiums durch Trump ist in der Geschichte der Institution beispiellos.

Das NSF-Gremium ist gesetzlich damit beauftragt, die Stiftung zu beaufsichtigen und ihre Unabhängigkeit vor politischer Einflussnahme zu schützen. Mit dessen Auflösung hat die Regierung eine der institutionellen Schutzmaßnahmen beseitigt, die verhindern soll, dass politische Prioritäten die wissenschaftliche Agenda verzerren. Dies reiht sich in ein breiteres Muster von Eingriffen in die amerikanische Wissenschaftsinfrastruktur ein, zu dem bereits frühere Haushaltskürzungen und die Abberufung wissenschaftlicher Berater aus Bundesbehörden gehören.

Was das für die Alterns- und Longevity-Forschung bedeutet

Die unmittelbaren operativen Folgen sind noch unklar. Die NSF arbeitet weiter, doch ohne unabhängige Gremiumsaufsicht steigt ihre Anfälligkeit für politische Steuerung bei der Mittelvergabe erheblich. Für die Longevity-Forschung, ein Bereich, der für langfristige Grundlagenforschung in hohem Maße auf öffentliche Förderung angewiesen ist, ist diese Entwicklung besorgniserregend.

Ein Großteil der Grundlagenarbeit, die letztlich zu neuem Verständnis von Alterungsprozessen führt – von genetischen Lebensspannenstudien über die Erforschung seneszenter Zellbiologie bis hin zu metabolischen Interventionen – wird über Einrichtungen wie die NSF und die National Institutes of Health finanziert. Wenn politische Erwägungen zunehmend darüber bestimmen, wie diese Mittel vergeben werden, geraten Forschungsprogramme, die sich kurzfristig schwer rechtfertigen lassen, langfristig aber potenziell transformativ sind, verstärkt in die Gefahr, ihre Finanzierung zu verlieren.

Wissenschaftspolitik und demokratische Kontrolle

Die Entlassungen sind Teil einer größeren Debatte über das Verhältnis zwischen Bundesregierung und Wissenschaftsinstitutionen. Kritiker sprechen von einer systematischen Aushöhlung institutioneller Unabhängigkeit. Befürworter der Regierung argumentieren, dass öffentlich finanzierte Wissenschaft demokratischer Kontrolle unterliegen sollte. Unabhängig davon, wie man in dieser Debatte steht: Die praktischen Folgen für Organisation und Finanzierung der amerikanischen Wissenschaft sind real – und angesichts der globalen Reichweite des US-amerikanischen Forschungsoutputs werden sie weit über die Landesgrenzen hinaus zu spüren sein.

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