Acht-Stunden-Essensfenster verlängert die Lebensspanne männlicher Mäuse
Die Beschränkung der Nahrungsaufnahme auf ein Acht-Stunden-Fenster verlängerte die mittlere Lebensspanne männlicher Mäuse um zwölf Prozent. Doch der Effekt könnte eine simple Erklärung haben: Die Tiere fraßen insgesamt weniger.
Forschende der University of Texas begleiteten mehr als fünfhundert Mäuse über ihre gesamte Lebensspanne hinweg. Automatisierte Futterautomaten gaben das Futter aus und protokollierten jedes entnommene Pellet. Nach einer Eingewöhnungsphase wurden die Tiere in drei Gruppen aufgeteilt: unbegrenzter Futterzugang, ein zwölfstündiges Nachtfenster und ein achtstündiges Fenster. Die nächtliche Fütterung entsprach dem natürlichen Aktivitätsmuster der Mäuse. Die Studie wurde in Nature Aging veröffentlicht.
Die Kalorienfrage
Das Acht-Stunden-Fenster brachte bei männlichen Tieren klare Vorteile: geringere Gewichtszunahme, ein besseres Verhältnis von Fett- zu Muskelmasse und ein langsamerer körperlicher Abbau, der als Gebrechlichkeit bezeichnet wird. Weibliche Mäuse erzielten vergleichbare Effekte bereits beim Zwölf-Stunden-Fenster; eine stärkere Einschränkung brachte kaum zusätzlichen Nutzen.
Die Ergebnisse werden durch einen entscheidenden Faktor verkompliziert. In jeder Gruppe außer den Zwölf-Stunden-Weibchen fraßen die Mäuse messbar weniger als die Kontrollgruppe. Dieses Phänomen wird als freiwillige Kalorienrestriktion bezeichnet. Kalorienrestriktion zählt zu den wirksamsten bekannten lebensverlängernden Maßnahmen in Tiermodellen. Damit bleibt schwer zu beurteilen, ob der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme den Effekt antreibt oder schlicht die verringerte Kalorienzufuhr.
Bedeutung für den Menschen
Zeitlich eingeschränktes Essen hat sich als Gesundheitsstrategie weit verbreitet. Tierdaten waren bislang vielversprechend, doch die Ergebnisse beim Menschen bleiben gemischt. Diese Studie liefert einen belastbaren Langzeit-Datenpunkt. Aus Longevity-Perspektive ist der Befund bemerkenswert, dass bereits ein Zwölf-Stunden-Fenster bei weiblichen Mäusen nennenswerte Vorteile erzielte. Die Schwelle muss offenbar nicht extrem sein.
Die Autorinnen und Autoren betonen, dass weitere Forschung nötig ist, um die verantwortlichen Mechanismen zu identifizieren. Ob sich die Effekte auf den Menschen übertragen lassen und inwieweit sie unabhängig von der Kalorienzufuhr sind, bleibt eine offene Frage.
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Mögliche Suchbegriffe:
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