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Alzheimer-Wirkstoff gegen Tau-Protein besteht erste Phase-2-Hürde

Redaktion LongevityWatch · 2. Juli 2026 · 1 min · English

Ein experimentelles Alzheimer-Medikament, das auf das Protein Tau abzielt, hat vielversprechende frühe Ergebnisse gezeigt. Detaillierte Daten sollen auf der wichtigsten Jahrestagung des Fachgebiets vorgestellt werden.

Tau ist ein Protein, das in gesunden Gehirnzellen eine strukturelle Aufgabe erfüllt. Bei der Alzheimer-Krankheit verklumpt es zu sogenannten neurofibrillären Tangles: verdrehten Bündeln, die die neuronale Funktion stören und schließlich zum Zelltod führen. Die meisten bislang zugelassenen Alzheimer-Therapien richten sich gegen Amyloid, ein weiteres Protein, das bei der Erkrankung aggregiert. Tau eröffnet einen alternativen Therapieansatz.

Was die Studie untersuchte

Biogen führte eine klinische Phase-2-Studie mit Diranersen durch, einem Wirkstoff, der gezielt auf Tau ausgerichtet ist. Im Mai 2026 gab das Unternehmen positive Ergebnisse aus der Studie bekannt. Die Forschenden werden die detaillierten Resultate am 14. Juli auf der Alzheimer's Association International Conference vorstellen. Vollständige Angaben zur Effektgröße und zu den genauen Endpunkten sind bislang nicht öffentlich verfügbar.

Phase-2-Studien sind darauf ausgelegt, die Sicherheit eines Wirkstoffs zu prüfen und erste Hinweise auf dessen Wirksamkeit zu liefern. Sie sind kleiner angelegt als die für eine Zulassung erforderlichen Phase-3-Studien. Die Ergebnisse sind daher vorläufig und sollten mit Vorsicht interpretiert werden.

Tau als neues Angriffsziel bei Alzheimer

Das wissenschaftliche Interesse an Tau als therapeutischem Ziel wächst. Amyloid-gerichtete Therapien haben zwar gezeigt, dass sie Amyloid beseitigen können, doch der klinische Nutzen für Patientinnen und Patienten war bei vielen dieser Wirkstoffe begrenzt. Das hat die Aufmerksamkeit zunehmend auf Tau und andere an der Alzheimer-Erkrankung beteiligte Mechanismen gelenkt.

Diranersen gehört zur Klasse der Antisense-Oligonukleotide: kurze Abschnitte genetischen Materials, die die Produktion eines bestimmten Proteins unterdrücken können. Dieser Ansatz wird auch bei anderen Hirnerkrankungen eingesetzt, etwa bei spinaler Muskelatrophie.

Ob Diranersen in Phase 3 vorrückt, hängt von den auf der Konferenz präsentierten Einzelheiten ab. Für die Alzheimer-Forschungsgemeinschaft insgesamt gilt die Datenpräsentation als eines der meisterwarteten Ereignisse des Jahres.

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