Verändert sich der Körpergeruch bei Alzheimer?
Geruchsverlust ist ein gut belegtes frühes Zeichen bei Alzheimer, und Veränderungen des Körpergeruchs werden als möglicher Marker erforscht. Einen klinisch einsetzbaren „Geruchstest" für Alzheimer gibt es bislang nicht.
Geruchsverlust gehört zu den frühesten Zeichen einer Alzheimer-Erkrankung. Er setzt ein, bevor das Gedächtnis merklich nachlässt, und wird in mehreren Übersichtsarbeiten übereinstimmend als früher klinischer Hinweis beschrieben. Genau genommen geht es dabei um die Fähigkeit, fremde Gerüche wahrzunehmen, also um den eigenen Geruchssinn, nicht um den Körpergeruch, den andere an einer Person bemerken.
Bei Alzheimer liegt das Problem nicht in der Nase selbst, sondern im Gehirn. Menschen mit Demenz haben vor allem Schwierigkeiten, Gerüche zu erkennen und zu benennen, weniger damit, sie grundsätzlich zu riechen. Das deutet darauf hin, dass die übergeordnete Geruchsverarbeitung im Gehirn beeinträchtigt ist, nicht die Riechnerven selbst.
Ob Alzheimer auch den Körpergeruch verändert, den andere wahrnehmen, wird über flüchtige chemische Verbindungen erforscht, die der Körper über Haut, Atem und Ausscheidungen abgibt. Solche Verbindungen könnten eines Tages ein schonender diagnostischer Marker werden, der weder Blutentnahme noch bildgebende Untersuchung erfordert. Bisher liegen dazu nur Daten aus frühen Laborexperimenten vor, klinisch verwertbare Befunde fehlen.
Als diagnostisches Hilfsmittel zeigen Geruchsunterscheidungstests erste positive Ergebnisse. In einer Studie mit 90 Teilnehmern trennte ein solcher Test Patientinnen und Patienten mit früher Alzheimer-Erkrankung von kognitiv unauffälligen Personen mit einer Genauigkeit von 94 %. In anderen Untersuchungen ließ sich mit dem Geruchssinn auch der Übergang von leichten kognitiven Beschwerden zu Alzheimer vorhersagen. Diese Zahlen wurden bislang nicht an großen Gruppen bestätigt. Außerdem reicht eine Riechuntersuchung allein nicht aus, um Alzheimer von anderen Demenzformen zu unterscheiden. In Kombination mit weiteren Biomarkern oder Hirnscans schneidet sie besser ab als als eigenständiger Test.
Diese Antwort stützt sich ausschließlich auf Übersichtsarbeiten und eine kleine Studie mit 90 Personen. Große randomisierte oder experimentelle Studien liegen nicht vor. Der Zusammenhang zwischen Geruchsverlust und Alzheimer wird in der Literatur konsistent beschrieben, Ursache und Wirkung sind aber nicht bewiesen. Die Forschung zu Veränderungen des Körpergeruchs über Hautausscheidungen befindet sich noch in einem sehr frühen Stadium und hat bisher keine klinisch verwertbaren Befunde geliefert.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Mundbakterien und der Entstehung von Alzheimer?
Der Zusammenhang zwischen Mundbakterien und Alzheimer ist konsistent, eine bewiesene Ursache-Wirkungs-Beziehung beim Menschen fehlt aber. Gute Mundpflege ist sinnvoll, einen gesicherten Schutz gegen das Altern des Gehirns bietet sie nicht.
Was macht Rauchen mit deinem Gehirn, wenn du älter wirst?
Rauchen beschleunigt die Hirnalterung und erhöht das Demenzrisiko. Ein Rauchstopp gehört zu den am besten belegten Maßnahmen, um das Gehirn möglichst lange gesund zu halten.
Lässt sich Demenz durch den Lebensstil verhindern?
Der Lebensstil beeinflusst das Demenzrisiko messbar: Ein Drittel aller Fälle hängt mit veränderbaren Faktoren wie Bewegung, Blutdruck und Rauchen zusammen. Wer bereits ein erhöhtes Risiko hat, profitiert besonders davon, mehrere Stellschrauben gleichzeitig anzugehen.
Welche Blutwerte sollte ich messen lassen, um gesund zu altern?
Blutzucker, Blutfette und Entzündungsmarker sind für gesundes Altern am besten belegt. Alzheimer-Bluttests sind nur bei tatsächlichen Gedächtnis- oder Denkbeschwerden sinnvoll, und das ausschließlich unter fachärztlicher Begleitung.
Gibt es einen Zusammenhang zwischen deinen Hormonen und dem Demenzrisiko im späteren Leben?
Es gibt belastbare Hinweise, dass Schilddrüsen-, Geschlechts- und Stresshormone alle zum Demenzrisiko beitragen, doch kausale Belege fehlen weitgehend.
Erhöht Depression das Risiko, an Demenz zu erkranken?
Depression hängt stark mit einem erhöhten Demenzrisiko zusammen – ob sie Demenz verursacht oder manchmal ein frühes Anzeichen davon ist, bleibt offen. Da eine Behandlung das Risiko offenbar senkt, lohnt es sich, depressive Beschwerden ernst zu nehmen und mit einem Arzt zu besprechen.