Bluttest könnte Rückkehr von Gebärmutterhalskrebs früher erkennen
Nach der Behandlung von Gebärmutterhalskrebs dreht sich alles um eine Frage: Kommt die Krankheit zurück? Ein Bluttest auf Basis frei zirkulierender DNA könnte das Rückfallrisiko früher anzeigen als die bisherigen Nachsorgeverfahren. Forscher stellten fest, dass bestimmte DNA-Fragmente im Blut der Patientinnen nahezu einzigartig für den jeweiligen Tumor sind.
Die in eLife veröffentlichte Studie analysierte Blutproben von Gebärmutterhalskrebs-Patientinnen. Nahezu alle Gebärmutterhalskrebserkrankungen werden durch humane Papillomviren (HPV) verursacht. In den meisten Fällen integriert sich die HPV-DNA in das menschliche Genom. Die dabei entstehende Verbindung, als HPV-human DNA junction bezeichnet (die Stelle, an der die virale DNA an die menschliche DNA andockt), ist für jeden Tumor einzigartig. Die Forscher untersuchten, ob diese Verbindungsstellen auch im Blut nachweisbar sind.
Ein einzigartiger Tumor-Fingerabdruck im Blut
Das sind sie. Die Studie zeigt, dass diese Verbindungsstellen in der zellfreien DNA aus dem Blutserum bei einem Teil der Patientinnen sowohl zum Zeitpunkt der Erstbehandlung als auch sechs Monate später nachweisbar sind. Eine rückblickende Auswertung ergab, dass die Verbindungsstellen bei Frauen, deren Krebs später zurückkehrte, häufiger detektierbar waren. Diese Ergebnisse stammen aus retrospektiven Analysen und müssen in vorausschauend angelegten Studien bestätigt werden.
Die Studie identifizierte außerdem ein auffälliges Muster in Bezug auf die HPV-Typen. Krebserkrankungen, die durch HPV-Typen außerhalb der sogenannten α9-Klade verursacht wurden (zu der auch der häufigste Typ HPV16 gehört), traten häufiger wieder auf. Dies galt sowohl für die eigene Patientengruppe der Studie als auch für Daten aus einer großen öffentlichen Krebsdatenbank.
Was das für die Nachsorge bedeuten könnte
Die Nachsorge nach einer Gebärmutterhalskrebs-Behandlung stützt sich bislang unter anderem auf bildgebende Verfahren und körperliche Untersuchungen. Ein Bluttest, der spezifische Tumormarker erkennt, könnte diese bestehenden Methoden ergänzen. Da die HPV-human DNA junction jeder Patientin einzigartig ist, funktioniert der Test im Grunde wie ein persönlicher Tumor-Fingerabdruck. Die Forscher schlagen vor, dass er auch dabei helfen könnte, das Ausbleiben eines Rückfalls zu bestätigen, was für die Patientinnen eine erhebliche Entlastung bedeuten dürfte. Eine klinische Validierung steht noch aus.
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