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Kann ich Brustkrebs in der Familie erben, und sollte ich mich dann testen lassen?

Ja · Starke Evidenz

Brustkrebs kann erblich sein, und wenn du mehrere Fälle in deiner Familie erkennst, ist es sinnvoll, das mit deiner Hausärztin oder einem genetischen Beratungsdienst zu besprechen, um gemeinsam zu klären, ob ein Test für dich infrage kommt.

Brustkrebs kann tatsächlich erblich sein. Etwa 10 bis 15 Prozent aller Brustkrebsfälle haben eine genetische Ursache. Die bekanntesten Auslöser sind Mutationen in den Genen BRCA1 und BRCA2. Schon eine fehlerhafte Kopie reicht aus, um das Risiko deutlich zu erhöhen, denn das veränderte Gen wird als dominantes Merkmal vererbt. Neben BRCA1 und BRCA2 erhöhen auch weitere Gene das Risiko: manche stark (etwa TP53, PTEN und CDH1), andere in geringerem, aber klinisch immer noch relevantem Ausmaß (etwa ATM, CHEK2 und PALB2).

Ob Brustkrebs in deiner Familie möglicherweise erblich ist, lässt sich an einigen Warnsignalen erkennen. Sind mehrere Cousinen oder Cousins, Tanten oder Onkel, Eltern oder Großeltern auf derselben Familienseite an Brust- oder Eierstockkrebs erkrankt? War jemand jünger als 36, als die Diagnose gestellt wurde? Hatte jemand Krebs in beiden Brüsten? Gibt es in demselben Familienzweig auch Fälle von Prostata-, Bauchspeicheldrüsen- oder Magenkrebs? Je mehr solcher Hinweise zusammenkommen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine erbliche Mutation eine Rolle spielt.

Ein Test bringt dann echte Vorteile. Wenn du weißt, dass du eine Mutation trägst, können Ärzte die Vorsorge anpassen, zum Beispiel durch eine jährliche Brust-MRT. Bestehen bereits Beschwerden, kann eine nachgewiesene BRCA1/2-Mutation auch die Behandlung verändern: Es gibt Medikamente, die speziell bei Menschen mit einer solchen Mutation wirken, weil sie Krebszellen daran hindern, ihre beschädigte DNA zu reparieren. In schwerwiegenden Fällen kann auch ein vorbeugender Eingriff in Betracht gezogen werden.

Bevor du einen Gentest machst, sprichst du zunächst mit einer genetischen Beratungsfachkraft. Diese nutzt Fragebögen und Rechenmodelle, um einzuschätzen, wie hoch deine Wahrscheinlichkeit für eine erbliche Mutation ist, damit das Testen gezielt und sinnvoll erfolgt. Kommerzielle Paneltests, die viele Gene gleichzeitig untersuchen, sind inzwischen günstiger erhältlich, aber nicht jeder gefundene Befund liefert sofort eine klare Handlungsempfehlung. Manche Ergebnisse bleiben uneindeutig, besonders bei Genen, deren klinische Bedeutung für deine Bevölkerungsgruppe noch nicht gut erforscht ist. Das macht die Begleitung durch eine Fachperson unverzichtbar.

Die Belege
6 Studien

Alle Aussagen basieren auf Reviews (PubMed-indexiert). Randomisierte Studien oder Metaanalysen wurden nicht herangezogen. Der kausale Zusammenhang zwischen BRCA1/2-Mutationen und Brustkrebs ist wissenschaftlich gut belegt; der Zusatznutzen breiter Paneltests außerhalb klassischer Hochrisikokriterien ist weniger eindeutig.

Zuletzt geprüft: August 2026 · wie das beurteilt wurde
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