Darmmikrobiom-Vielfalt hängt mit Gebrechlichkeit bei älteren Frauen zusammen
Frauen im Alter von 75 bis 80 Jahren mit einem weniger diversen Darmmikrobiom haben ein höheres Risiko zu stürzen, sich die Hüfte zu brechen oder früher zu sterben. Das ist das Ergebnis einer großen schwedischen Studie mit mehr als zweitausend Teilnehmerinnen.
Das Darmmikrobiom, also die Gemeinschaft von Mikroorganismen in unserem Darm, verändert sich in seiner Zusammensetzung mit zunehmendem Alter. Eine wachsende Zahl von Studien bringt diese Veränderungen mit altersbedingten Erkrankungen in Verbindung. Die Studie, die im Rahmen der schwedischen SUPERB-Kohorte durchgeführt wurde, konzentrierte sich gezielt auf Gebrechlichkeit bei älteren Frauen.
Die Forschenden entwickelten ein zusammengesetztes Maß namens Frailty Mortality Index (FMI), das die Krankheitslast mit Gehgeschwindigkeit, Muskelkraft, mentaler Lebensqualität und Krankenhausaufenthaltsdauer verknüpft. Dieser Index sagte Stürze, Hüftfrakturen und Sterblichkeit genauer voraus als Krankheitslast-Scores allein.
Welche Bakterien sind beteiligt?
Mithilfe von metagenomischer Sequenzierung, einer Methode, bei der das gesamte genetische Material einer Stuhlprobe ausgelesen wird, identifizierte das Team Bakterienarten, die mit höheren FMI-Werten assoziiert sind. Dazu gehörten Arten der Gattungen Enterocloster, Clostridium, Dysosmobacter und Faecalibacterium. Höhere Gebrechlichkeit war durchgängig mit geringerer Mikrobiom-Vielfalt verbunden, gemessen anhand des Genreichtums und des Shannon-Diversitätsindex.
Es handelt sich dabei um Korrelationen, nicht um Kausalbeziehungen. Ob ein weniger diverses Mikrobiom zur Gebrechlichkeit beiträgt oder ob umgekehrt die Gebrechlichkeit das Mikrobiom verändert, lässt sich anhand dieses Studiendesigns nicht klären.
Bedeutung für die Alternsforschung
Die Ergebnisse fügen sich in ein wachsendes Bild ein, dem zufolge das Darmmikrobiom nicht bloß ein passiver Spiegel des Alterns ist, sondern möglicherweise aktiv dazu beiträgt. Bestimmte Bakterienarten produzieren Stoffwechselprodukte, die Muskelgewebe, Knochen und das Immunsystem beeinflussen. Wenn Mikrobiom-Profile vorhersagen könnten, wer gebrechlich wird, würde das langfristig den Weg für gezielte Interventionen wie Präbiotika oder Probiotika ebnen. Doch dieser Schritt geht über das hinaus, was diese Forschung bislang belegt.
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