Ernährung mit MIND-Diät verlangsamt die Gehirn-Alterung um 2,5 Jahre
Kann die Ernährung das Gehirn vor Schrumpfung schützen? Eine neue Studie legt nahe, dass Menschen, die die MIND-Diät konsequent einhalten, deutlich weniger Gehirngewebe verlieren. Der Unterschied entspricht etwa 2,5 Jahren verzögerter Gehirn-Alterung.
Forschende verglichen Gehirnscans von Teilnehmenden über einen bestimmten Zeitraum und stellten fest, dass diejenigen, die die MIND-Diät am konsequentesten befolgten, weniger Verlust an grauer Substanz aufwiesen. Laut der Studie zeigten sich die stärksten Zusammenhänge beim Konsum von Beeren und Geflügel, während Süßigkeiten und frittierte Fastfoods mit einem größeren Gewebeverlust in Verbindung gebracht wurden. Es sind vorläufige Befunde – aber bemerkenswerte.
Die MIND-Diät ist eine Kombination aus der mediterranen Ernährung und der DASH-Diät, einem Ernährungsplan, der ursprünglich zur Senkung von Bluthochdruck entwickelt wurde. Sie setzt auf Blattgemüse, Nüsse, Beeren, Hülsenfrüchte, Vollkornprodukte, Fisch, Geflügel und Olivenöl – und rät von zucker- und fettreichen sowie frittierten Speisen ab.
Beeren und Geflügel stechen hervor
Innerhalb der Diät waren Beeren und Geflügel die Lebensmittel, die am zuverlässigsten mit gesünderen Veränderungen im Gehirn assoziiert wurden. Die graue Substanz – jenes Gehirngewebe, das die Nervenzellen enthält – nimmt mit dem Alter natürlich ab. Ein stärkerer Verlust geht in der Regel mit kognitivem Abbau einher. Dass diese Ernährungsweise diesen Prozess offenbar verlangsamen kann, ist aus Sicht der Longevity-Forschung durchaus interessant.
Gleichwohl ist Vorsicht angebracht. Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, das heißt, die Forschenden haben eine Assoziation festgestellt – keinen ursächlichen Zusammenhang. Menschen, die sich gesund ernähren, neigen dazu, auch in anderen Lebensbereichen gesündere Gewohnheiten zu pflegen, was es schwierig macht, den Effekt der Ernährung isoliert zu betrachten.
Ernährung als Strategie für die Gehirngesundheit
Das wissenschaftliche Interesse daran, Ernährung als Mittel zur Verlangsamung der Gehirn-Alterung zu nutzen, wächst dennoch stetig. Sie ist erschwinglich, leicht zugänglich und weitgehend nebenwirkungsfrei. Ob künftige randomisierte kontrollierte Studien – bei denen Teilnehmende zufällig einer Diät- oder einer Kontrollgruppe zugewiesen werden – einen ursächlichen Zusammenhang belegen können, muss sich erst noch zeigen. Derzeit handelt es sich um einen vielversprechenden, aber noch nicht abschließenden Befund.
Wer ernsthaft über Longevity nachdenkt, findet in diesen Ergebnissen einen weiteren Grund, Beeren, Blattgemüse und Vollwertkost in den Vordergrund zu stellen.
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