Hilft ein Spaziergang tagsüber dabei, nachts besser zu schlafen?
Ein täglicher Spaziergang von rund einer halben Stunde draußen verbessert den Schlaf – das belegt eine randomisierte Studie. Die Umgebung spielt kaum eine Rolle, doch Luftverschmutzung kann den Effekt abschwächen.
Täglich 35 Minuten draußen spazieren zu gehen verbessert die Schlafqualität messbar. Das zeigte eine randomisierte Studie mit 104 Studierenden, die unter Schlafproblemen litten: Nach sieben Tagen schliefen sie deutlich besser – unabhängig davon, ob sie durch einen Park oder durch die Stadt liefen. Die Umgebung spielte keine Rolle; entscheidend war die körperliche Bewegung an der frischen Luft.
Eine kleinere Pilotstudie mit vierzehn inaktiven Erwachsenen, die acht Wochen lang mindestens dreimal pro Woche draußen aktiv waren, zeigte ebenfalls einen Anstieg beim Anteil der Gut-Schläfer: von 50 % auf 64 %. Dieser Unterschied war statistisch nicht gesichert, was schlicht daran lag, dass die Gruppe zu klein war, um belastbare Aussagen zu treffen.
Menschen, die regelmäßig Wanderwege nutzen, berichten von besserem Schlaf als jene, die das nicht tun. Solche Vergleiche zeigen aber nur einen Zusammenhang, keine Ursache. Es ist ebenso möglich, dass Menschen, die ohnehin gut schlafen, einfach häufiger nach draußen gehen.
Wer in einem stark befahrenen oder industriell geprägten Gebiet unterwegs ist, könnte den positiven Effekt teilweise wieder einbüßen. Eine Auswertung von 58 Studien zeigt, dass höhere Luftverschmutzung mit schlechterer Schlafqualität und kürzerer Schlafdauer zusammenhängt.
Bei Krebspatienten liefert die bisherige Forschung zu wenig verwertbare Daten, um den Schlafnutzen von Bewegung im Freien zuverlässig zu beziffern.
Basiert auf einer RCT (n=104), einer nicht-signifikanten Pilotstudie (n=14), einer Querschnittsstudie (n=1527), einem Scoping Review (58 Studien zur Luftverschmutzung) und einem systematischen Review bei Krebspatienten. PMIDs: 35973933, 37997087, 34700061, 32867226, 40336008.