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Schadet mir das ständige Auf und Ab beim Gewicht – also immer wieder abnehmen und zunehmen?

Ja · Mäßige Evidenz

Jojo-Diäten sind wahrscheinlich nachteilig – durch das Gedächtnis der Fettzellen und einen verlangsamten Grundumsatz. Ein stabiler, schrittweiser Ansatz ist dauerhaft wirksamer als immer wieder strenge Diäten und anschließende Rückfälle.

Die vollständige Antwort

Fettzellen besitzen so etwas wie ein biologisches Gedächtnis. Nach einer Abnehmphase behalten sie chemische Veränderungen bei, die sie empfindlicher für eine ungünstige Reaktion machen, sobald wieder fettreich gegessen wird. In Mausstudien nahmen Tiere mit diesem Gedächtnis nach einer fettreichen Ernährung deutlich schneller zu als Tiere ohne diese Vorgeschichte1. Wie stark dieser Effekt beim Menschen ausfällt, ist noch nicht genau untersucht – allerdings zeigt menschliches Fettgewebe vergleichbare Spuren.

Hinzu kommt ein weiterer Faktor: Diäten senken den Grundumsatz, also den Energieverbrauch des Körpers in Ruhe2. Das macht es nach einer Diät leichter, das verlorene Gewicht wieder anzusammeln. Zusammen können dieses Zellgedächtnis und der gedrosselte Stoffwechsel erklären, warum jede neue Jojo-Runde schwerer zu durchbrechen scheint.

Eine weit verbreitete Sorge ist, dass man durch wiederholtes Jojo-Diäten mehr Muskelmasse als Fett verliert. Die aktuelle Forschung bestätigt das jedoch nicht. Das Verhältnis von Fett- zu Muskelmasse verändert sich nicht wesentlich anders als bei einmaligem Abnehmen3,4.

Was tatsächlich belegt ist: Starke Gewichtsschwankungen hängen mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und einer erhöhten Gesamtsterblichkeit zusammen3. Wichtig dabei: Es handelt sich um statistische Zusammenhänge, keinen Beweis für eine direkte Ursache. Menschen mit großen Gewichtsschwankungen sind möglicherweise aus anderen Gründen bereits gesundheitlich vorbelastet. Wiederholtes Zu- und Abnehmen ist außerdem mit einem höheren Risiko für Essanfälle, geringerer Körperzufriedenheit und niedrigerem Selbstwertgefühl verbunden3,5.

Schließlich gibt es noch einen überraschenden Befund aus Tierstudien: Wiederholte Gewichtszyklen erwiesen sich für die Leber als vorteilhafter als gar nicht abzunehmen6. Leberentzündungen gingen im Vergleich zu dauerhaft ungesunder Ernährung deutlich zurück – allerdings nahm die Einlagerung von Leberfett leicht zu. Da dies bislang nur im Tiermodell untersucht wurde, lassen sich keine belastbaren Schlüsse für den Menschen ziehen. Dennoch zeigt es, dass Jojo-Diäten nicht in jeder Hinsicht schlechter sein müssen als dauerhaftes Übergewicht.

Die Belege
7 Studien

Die Befunde stammen aus Tierstudien, epidemiologischen Beobachtungsstudien und teilweise aus humanem Gewebeforschung. Große randomisierte Studien zu den Langzeitfolgen von Jojo-Diäten beim Menschen fehlen bislang. Die epigenetischen Befunde (PMID 39558077) sind teilweise in menschlichem Fettgewebe bestätigt, jedoch nicht in einer Interventionsstudie. Die Sterblichkeitsdaten (PMID 8002684) beruhen auf Assoziationen.

Zuletzt überprüft: Juni 2026
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