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Warum wird man beim Abnehmen häufiger krank?

Unsicher · Mäßige Evidenz

Ob du beim Abnehmen häufiger krank wirst, hängt davon ab, wie streng deine Diät ist: Moderat weniger essen ist meist kein Problem, bei einem strengen Kaloriendefizit kann das Immunsystem jedoch geschwächt werden, unter anderem durch Magnesiummangel. Achte deshalb beim Abnehmen gezielt auf eine ausreichende Zufuhr magnesiumreicher Lebensmittel.

Die vollständige Antwort

Wer vorübergehend oder moderat weniger isst, wird dadurch nicht zwangsläufig anfälliger für Infekte. Bei leichter Kalorienreduktion können manche Immunfunktionen sogar besser werden, und unerwünschte Entzündungsprozesse gehen zurück. Problematisch wird es erst, wenn das Defizit zu groß oder zu langanhaltend ist, sodass der Körper in echten Nahrungsstress gerät.

Bei einer strengen Kalorienrestriktion sortiert das Immunsystem seine Aufgaben neu. Funktionen, die für das unmittelbare Überleben unverzichtbar sind, bleiben erhalten oder werden sogar hochgeregelt. Andere werden zurückgefahren. Das macht den Körper selektiv anfälliger für bestimmte Erreger, auch wenn die Abwehr in anderen Bereichen nach wie vor gut funktioniert.

Magnesium spielt dabei eine konkrete Rolle. Wer stark einschränkt, was er isst, riskiert einen Mangel an diesem Mineral. Magnesium wird gebraucht, damit bestimmte Immunzellen, sogenannte Killerzellen, voll einsatzfähig sind. Sie können Krankheitserreger nur dann effektiv angreifen, wenn ein Aktivierungsschalter auf ihrer Oberfläche richtig gestellt ist, und genau dafür brauchen sie Magnesium. Bei niedrigen Magnesiumwerten lässt diese Schlagkraft messbar nach.

Gleichzeitig steigt bei Kalorienrestriktion der Spiegel des Hungerhormons Ghrelin. Das klingt zunächst ungünstig, doch Ghrelin reguliert auch das Immunsystem: Es dämpft überschießende Entzündungsreaktionen und regt die Bildung neuer Immunzellen an. Ob das als Gegengewicht ausreicht, hängt davon ab, wie streng die Diät ist und wie lange sie dauert.

Intermittierendes Fasten senkt metabolische Entzündungen und verbessert die Blutzuckerregulation, aber die Auswirkungen auf das Immunsystem sind differenziert und variieren je nach Zelltyp und Organ. Eine Ernährungsweise, die reich an Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Nüssen ist, geht mit niedrigeren Entzündungsmarkern im Blut einher, auch wenn dieser Zusammenhang nicht eindeutig kausal belegt ist. Wer abnehmen möchte, ohne sein Immunsystem zu gefährden, fährt am besten damit, das Kaloriendefizit nicht zu groß werden zu lassen und magnesiumreiche Lebensmittel wie Nüsse, Hülsenfrüchte und Blattgemüse auf dem Speiseplan zu behalten.

Die Belege
5 Studien

Alle Aussagen stützen sich auf jeweils eine Studie: PMID 35139351 für die Neubewertung von Immunprioritäten, PMID 18579754 für Ghrelin, PMID 35051368 für Magnesium und T-Zellen, PMID 38719726 für intermittierendes Fasten und PMID 35219904 für Ernährungsmuster und Entzündung. Keine dieser Studien ist eine große randomisierte kontrollierte Studie oder Metaanalyse zum Thema "häufiger krank durch Diät"; die Befunde sind mechanistischer und assoziativer Natur.

Zuletzt überprüft: Juli 2026
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