Wirkt ein Vampire Facial (PRP) gegen Hautalterung?
PRP hat einen bescheidenen, wahrscheinlich echten Effekt auf Hautdicke und Elastizität, wirkt aber kaum gegen Falten oder Pigmentflecken. Die Behandlung ist sicher, doch wegen der großen Unterschiede in der Aufbereitung lässt sich nicht sagen, ob das Verfahren, das du erhältst, dem Studienprotokoll entspricht, das positive Ergebnisse gezeigt hat.
Hautdicke und Elastizität sind die Endpunkte, bei denen PRP am deutlichsten punktet: 80 % beziehungsweise 75 % der Studien beobachteten hier einen positiven Effekt. Auch für die Hauttextur fällt das Bild überwiegend positiv aus, wobei die Verbesserung bescheiden bleibt und unklar ist, wie lange sie anhält. In den meisten Studien bewerteten Ärzte die Verbesserung auf weniger als der Hälfte der maximalen Skala.
Bei Falten und feinen Linien ist PRP deutlich weniger beeindruckend. Nur 40 % der Studien verzeichneten eine klare Verbesserung, der Rest nicht. Bei Pigmentflecken und Hauttonfungleichmäßigkeiten sind die Ergebnisse noch wechselhafter: Lediglich 17 % der Studien berichteten von einer Verbesserung, während 42 % gemischte Resultate zeigten. Auf die Hautfeuchtigkeit hat PRP nachweislich keinen Effekt; zwei Drittel der Studien sahen keinen Unterschied.
Als Ergänzung zu einer fraktionierten Laserbehandlung scheint PRP einen handfesten Vorteil zu bieten: Die Erholung nach einem solchen Eingriff verläuft schneller. Das ist eine der am besten belegten Anwendungen. Eine Kombination mit Hyaluronsäure könnte die Elastizität zusätzlich steigern, doch das beruht auf einer einzigen kleineren Studie.
Ein ernsthafter Vorbehalt gegenüber all diesen Befunden: PRP wird in jeder Klinik anders aufbereitet und verabreicht. Zentrifugengeschwindigkeit, Thrombozytenkonzentration, Applikationsmethode, alles variiert. Dadurch lassen sich Studien kaum miteinander vergleichen, und niemand weiß, welcher Ansatz am besten funktioniert. Das macht es unmöglich, positive Ergebnisse eins zu eins in die Praxis zu übertragen.
Sicherheit ist kein großes Problem. Keine einzige Studie in den systematischen Reviews meldete schwerwiegende Nebenwirkungen. Da es sich um dein eigenes Blut handelt, ist das Risiko für Abstoßungsreaktionen gering. Leichte Rötungen oder Schwellungen nach den Injektionen sind das, was du vorübergehend erwarten kannst.
Basierend auf mehreren systematischen Reviews und einer kleinen Vergleichsstudie (PMID 40167104, 31628542, 36074433, 38650371, 35870104, 40414798). Die zugrunde liegenden Studien sind klein, methodisch heterogen und häufig nicht randomisiert.