Hilft Rotlichttherapie wirklich gegen Hautalterung?
Rotlichttherapie reduziert Falten und Hauttexturprobleme messbar, am besten belegt bei professionellen Behandlungen über mehrere Sitzungen. Für Heimgeräte reicht die Studienlage nicht aus, um denselben Effekt zu versprechen.
Rotes Licht reduziert Falten messbar – das zeigen klinische Studien am Menschen. In einer randomisierten Studie mit 136 Freiwilligen führten zweimal wöchentliche Behandlungen (30 Sitzungen insgesamt) zu deutlichen Verbesserungen bei Hauttextur, Kollagendichte und Teint. Eine zweite randomisierte Studie mit 137 Frauen stellte fest, dass das Faltenvolumen rund um die Augen nach bereits zehn Sitzungen um rund 30 % abnahm.
Im Labor lässt sich auch ein Mechanismus beobachten: Rotes Licht kurbelt die Produktion von Kollagen Typ I an und hemmt gleichzeitig ein Enzym, das Kollagen abbaut. Bei Mäusen hielt dieser Effekt nach einer einzigen Behandlung mindestens 21 Tage an – dazu gibt es bisher nur Tierdaten. Immerhin liefert das eine biologisch plausible Grundlage.
Zwei kleinere Studien mit LED-Gesichtsmasken zeigen ebenfalls positive Ergebnisse, hatten aber keine Kontrollgruppe. Eine davon wurde teilweise von Forschern durchgeführt, die mit dem Hersteller des getesteten Geräts verbunden sind, was die Aussagekraft einschränkt. Verbesserungen bei Hautfeuchtigkeit und Elastizität fanden sich in der randomisierten Studie mit 137 Frauen übrigens nicht; nur die Faltenreduktion war messbar.
Bei sehr hohen Lichtdosen, weit jenseits dessen, was Heimgeräte erzeugen, kehrt sich der Effekt um: Rotes Licht hemmt in Laborzellen die Kollagenproduktion über einen anderen biologischen Weg. Das ist für Narbengewebe relevant, hat für den Alltagseinsatz gegen das Altern der Haut aber keine praktische Bedeutung.
Die am besten belegten Ergebnisse stammen aus professionellen Anwendungen mit kontrollierten Dosen und mehreren Sitzungen, nicht von einzelnen Heimgeräten. Ob günstigere Verbrauchergeräte denselben Effekt erzielen, lässt sich mit den vorhandenen Studien nicht beantworten.
Die größte Sicherheit liefern zwei randomisierte kontrollierte Studien am Menschen (PMID 24286286, PMID 36780572). Ergänzend: Zell- und Tierversuche zum Mechanismus (PMID 27663159, PMID 33594706, PMID 29846344, PMID 30182520) sowie zwei kleine Studien ohne Kontrollgruppe (PMID 37418018, PMID 37522497).