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Gürtelrose-Impfung mit geringerem Demenzrisiko verbunden

Redaktion LongevityWatch · 22. Juni 2026 · 1 min · English

Ältere Erwachsene, die gegen Gürtelrose geimpft wurden, erkranken offenbar deutlich seltener an Demenz. Das ist bemerkenswert, denn der Impfstoff zielt auf eine Hauterkrankung ab – nicht auf eine Gehirnerkrankung.

Gürtelrose wird durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst, dasselbe Virus, das auch für Windpocken verantwortlich ist. Nach der Erstinfektion verbleibt das Virus schlafend in den Nervenzellen. Mit nachlassender Immunabwehr im Alter kann es sich reaktivieren. Forschende vermuteten seit Langem, dass diese Reaktivierung Schäden im Gehirn verursachen kann.

Eine neue Studie zeigt nun, dass Shingrix, der in den USA einzige zugelassene Gürtelrose-Impfstoff, einen messbaren Schutz bietet. Die Forschenden begleiteten ältere Pflegeheimbewohner und stellten fest, dass jene, die mindestens eine Impfdosis erhalten hatten, über einen Zeitraum von vier Jahren mit 24 Prozent geringerer Wahrscheinlichkeit eine Demenzdiagnose erhielten als ungeimpfte Bewohner. Die Ergebnisse wurden im Fachmagazin Annals of Internal Medicine veröffentlicht.

Virus und Gehirnentzündung

Eine mögliche Erklärung liegt in chronischer Entzündung auf niedrigem Niveau. Das Varizella-Zoster-Virus könnte eine anhaltende Entzündung im Nervensystem (Neuroinflammation) auslösen, die seit Langem mit der Entstehung von Demenz in Verbindung gebracht wird. Indem der Impfstoff eine Reaktivierung des Virus unterdrückt, könnte er auch diesen Entzündungsweg dämpfen.

Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie unter Pflegeheimbewohnern, einer besonders vulnerablen Gruppe, deren Ergebnisse sich nicht ohne Weiteres auf alle älteren Erwachsenen übertragen lassen. Eine Assoziation ist kein Beweis für einen ursächlichen Zusammenhang. Die Forschenden selbst bezeichnen dies als einen bedeutsamen, aber vorläufigen Befund, der weiterer Untersuchungen bedarf.

Bekannter Impfstoff, neue Erkenntnis

Was diese Studie aus einer Longevity-Perspektive besonders relevant macht: Es ist keine neue Therapie erforderlich. Shingrix ist bereits weitverbreitet verfügbar. Sollte sich der Schutzeffekt in größeren und vielfältigeren Bevölkerungsgruppen bestätigen, könnte die Gürtelrose-Impfung in Präventionsstrategien für ältere Menschen erheblich an Bedeutung gewinnen.

Die Studie fügt sich in ein übergeordnetes Muster: Infektionserreger und Immunaktivität spielen bei neurodegenerativen Erkrankungen wahrscheinlich eine größere Rolle als bisher angenommen.

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