Was kann ich konkret tun, um Demenz vorzubeugen?
Es gibt mehrere konkrete Lebensstilfaktoren, auf die du Einfluss hast. Die Empfehlungen beruhen auf Beobachtungsstudien, nicht auf direktem Präventionsnachweis. Die stärksten Ansatzpunkte sind das Kontrollieren von Blutdruck und Blutzucker, regelmäßige Bewegung, das Aufhören mit Rauchen und sozial aktiv zu bleiben.
Diabetes und Bluthochdruck sind die zwei Risikofaktoren mit der stärksten individuellen Verbindung zur Demenz. Menschen mit Diabetes haben ein mehr als doppelt so hohes Demenzrisiko. Bei Bluthochdruck ist das Risiko fast verdoppelt, besonders ausgeprägt im mittleren Lebensalter. Rauchen liegt in derselben Risikoklasse. Blutzucker und Blutdruck regelmäßig kontrollieren und behandeln zu lassen sowie mit dem Rauchen aufzuhören sind damit die greifbarsten Schritte, die du jetzt tun kannst.
Körperliche Aktivität gehört zu den fünf Faktoren, die bevölkerungsweit die meisten Demenzfälle verursachen. Schätzungen zufolge gehen 7 bis 15 Prozent aller Demenzfälle auf körperliche Inaktivität zurück. Übergewicht im mittleren Lebensalter spielt eine vergleichbare Rolle. Du musst kein Leistungssportler werden: Dauerhaft in Bewegung zu bleiben und ein gesundes Körpergewicht zu halten, sind Maßnahmen mit solider epidemiologischer Grundlage.
Soziale Isolation zeigt in großen Bevölkerungsstudien überraschend hohe Risikowerte. Menschen, die allein leben oder wenig sozialen Kontakt haben, tragen ein deutlich erhöhtes Risiko. Einsamkeit zu reduzieren hat zudem weitere gesundheitliche Vorteile, unabhängig vom Demenzrisiko.
Hörverlust wird in mehreren Auswertungen als der Faktor mit dem höchsten Bevölkerungsanteil überhaupt genannt. Dazu gibt es bisher keine randomisierten Studien, die belegen, dass Hörgeräte oder die Behandlung von Hörverlust Demenz tatsächlich verhindern. Dein Gehör rechtzeitig untersuchen zu lassen ist dennoch eine sinnvolle Vorsichtsmaßnahme.
Bislang hat keine randomisierte Studie eindeutig nachgewiesen, dass eine bestimmte Maßnahme Demenz verhindert; die Empfehlungen stützen sich auf Beobachtungsstudien, in denen Forscher Gruppen über lange Zeiträume verfolgen, ohne aktiv in ihren Lebensstil einzugreifen. Modellrechnungen schätzen jedoch, dass das gleichzeitige Angehen der sieben größten Risikofaktoren theoretisch 30 bis 55 Prozent aller Fälle verhindern könnte. Der am besten belegte Ansatz ist eine Kombination aus vier Lebensstilbereichen: regelmäßige Bewegung, Nichtrauchen, Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker sowie die Pflege sozialer Kontakte.
Basiert auf mehreren zusammenfassenden Übersichtsarbeiten (sogenannten Umbrella-Reviews) und großen epidemiologischen Studien, darunter einer großen chinesischen Bevölkerungsstudie. Keine randomisierte Studie hat eine direkte Demenzprävention nachgewiesen (PMID 38436963).