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Forschung · Immunsystem

Immunzellen als mögliche Ursache altersbedingter Erblindung

Redaktion LongevityWatch · 4. Juni 2026 · 1 min · English

Die feuchte Makuladegeneration gehört zu den häufigsten Ursachen für Erblindung im Alter. Neue Befunde deuten auf einen unerwarteten Auslöser hin: natürliche Killerzellen – eine Art Immunzellen, die normalerweise Tumoren und Viren bekämpfen.

Bei der feuchten Makuladegeneration wachsen Blutgefäße an der falschen Stelle innerhalb der Netzhaut. Sie werden undicht und schädigen die lichtempfindlichen Zellen, die für das scharfe zentrale Sehen verantwortlich sind. Bestehende Behandlungen unterdrücken dieses Gefäßwachstum, gehen aber nicht gegen die eigentliche Ursache vor. Forschende haben sich daher auf die Suche nach dem gemacht, was das fehlerhafte Gefäßwachstum überhaupt erst auslöst.

Natürliche Killerzellen als unerwarteter Faktor

Natürliche Killerzellen, kurz NK-Zellen, sind Immunzellen, die normalerweise veränderte Zellen erkennen und zerstören. In gesundem Gewebe übernehmen sie eine Schutzfunktion. Doch die Forschenden fanden Hinweise darauf, dass NK-Zellen bei der feuchten Makuladegeneration tatsächlich zum Problem beitragen. Im Netzhautgewebe betroffener Patienten lagen erhöhte NK-Zell-Zahlen vor, und ihre Aktivität schien mit dem Ausmaß des Gefäßwachstums zu korrelieren.

Der genaue Mechanismus ist noch nicht vollständig geklärt. Offenbar setzen die NK-Zellen Signalstoffe frei, die das Gefäßwachstum fördern statt hemmen. Das ist ein ungewöhnliches Verhalten für diesen Zelltyp und legt nahe, dass das alternde Netzhautmilieu die Funktionsweise von NK-Zellen grundlegend verändert.

Ein neuer Ansatz für die Behandlung

Falls NK-Zellen tatsächlich ein treibender Faktor sind, eröffnet das einen neuen therapeutischen Ansatzpunkt. Anstatt nur die Blutgefäße selbst zu unterdrücken, könnte man früher in den Prozess eingreifen: auf der Ebene der Immunreaktion, die das Gefäßwachstum antreibt. Das könnte auch dabei helfen, Rückfälle nach einer Behandlung zu verhindern – ein bislang hartnäckiges Problem.

Die Befunde sind noch vorläufig und stützen sich auf Gewebeanalysen statt auf klinische Studien. Sie liefern jedoch ein konkretes neues Ziel für Forschende, die den Ursachen altersbedingter Sehverluste nachgehen. Die Makuladegeneration betrifft weltweit viele Millionen Menschen, und den meisten stehen bislang nur Therapien zur Verfügung, die Symptome lindern.

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