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Forschung · Krebs

Immunzellen bauen und erhalten Tumorabwehrposten

Redaktion LongevityWatch · 22. Juli 2026 · 1 min · English

Der Körper bildet manchmal eigene Immunposten in der Nähe von Tumoren. Ob diese Strukturen zusammenhalten und wirksam bleiben, hängt offenbar von einem bestimmten Immunzelltyp ab. Diese Erkenntnis eröffnet einen neuen Weg in der Krebsforschung.

In Tumoren können sich Ansammlungen von Immunzellen bilden, die Lymphknoten ähneln: sogenannte tertiäre lymphoide Strukturen (TLS). Sie gelten als Zeichen einer aktiven Immunantwort. Patienten, deren Tumoren solche Strukturen aufweisen, haben über mehrere Krebsarten hinweg tendenziell eine bessere Prognose. Wie TLS entstehen und erhalten bleiben, war bislang jedoch nicht geklärt.

Die Studie, veröffentlicht in Science, zeigt, dass dendritische Zellen eine zentrale Rolle beim Aufbau und Erhalt dieser Strukturen spielen. Dendritische Zellen sind spezialisierte Immunzellen, die andere Immunzellen aktivieren und steuern. Fehlen sie, zerfallen tertiäre lymphoide Strukturen oder bilden sich erst gar nicht.

Was das für die Immuntherapie bedeutet

Immuntherapien wie Checkpoint-Inhibitoren wirken besser bei Patienten mit einer aktiven Immunantwort im Tumor. Wenn dendritische Zellen der Schlüssel zur Bildung dieser Immunposten sind, stellen sie ein potenzielles therapeutisches Ziel dar. Die Forschenden schlagen vor, dass Therapien, die auf dendritische Zellen abzielen, TLS stärken oder neu etablieren könnten, was die Wirksamkeit bestehender Immuntherapien möglicherweise steigern würde.

Die Erkenntnisse stammen bislang aus Tiermodellen und Gewebeproben. Eine Übertragung in die klinische Anwendung erfordert weitere Validierung. Der Befund liefert jedoch eine mechanistische Erklärung dafür, warum manche Tumoren besser auf Immuntherapie ansprechen als andere.

Der Zusammenhang mit dem Altern

Das Altern beeinträchtigt die Funktion dendritischer Zellen. Ältere Menschen haben weniger funktionsfähige dendritische Zellen und generell ein weniger reaktionsfähiges Immunsystem. Das könnte erklären, warum ältere Patienten häufig eine schwächere Tumorabwehr haben und schlechter auf Immuntherapie ansprechen. Aus der Perspektive der Langlebigkeitsforschung ist die Wiederherstellung der Funktion dendritischer Zellen bei älteren Menschen daher eine interessante Forschungsrichtung.

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