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Forschung · Krebs

Immunzellen bekämpfen Tumoren, indem sie deren Blutversorgung schädigen

Redaktion LongevityWatch · 21. Juni 2026 · 1 min · English

Das Immunsystem kann Krebs auf eine Weise angreifen, die Forschende lange übersehen haben: indem es die Blutgefäße zerstört, die einen Tumor versorgen. Das berichtet eine neue Studie im Fachjournal Science.

CD4+-T-Zellen sind ein Immunzelltyp, der vor allem als „Helferzellen" bekannt ist – sie unterstützen andere Immunzellen dabei, Krankheitserreger oder Krebszellen zu bekämpfen. Eine neue Studie zeigt nun, dass sie Tumoren auch direkt angreifen können. Dabei töten sie Krebszellen nicht unmittelbar ab, sondern schädigen die Blutgefäße, auf die der Tumor zur Nährstoffversorgung angewiesen ist.

Die Forschenden identifizierten zwei Signalmoleküle als entscheidende Akteure: IL-3 und TNF. Diese Botenstoffe werden von CD4+-T-Zellen ausgeschüttet und schädigen die innere Auskleidung tumornaher Blutgefäße, wodurch Krebszellen von Sauerstoff und Nährstoffen abgeschnitten werden. Die Studie wurde in Science veröffentlicht.

Ein neuer Mechanismus für die Krebstherapie

Dieser Mechanismus war bislang nicht als eigenständige Strategie von CD4+-T-Zellen beschrieben worden. Er eröffnet neue Wege für die Immuntherapie – Behandlungsansätze, die das körpereigene Immunsystem gegen Krebs einsetzen. Aktuelle Immuntherapien konzentrieren sich vor allem auf CD8+-T-Zellen, die sogenannten „Killerzellen". Die vorliegende Forschung legt nahe, dass CD4+-T-Zellen eine ergänzende Rolle spielen könnten, die bisher kaum genutzt wurde.

Aus einer Longevity-Perspektive ist das von besonderer Bedeutung, da das Krebsrisiko mit dem Alter stark ansteigt. Das Immunsystem verliert im Laufe der Zeit an Leistungsfähigkeit und kann Krebszellen immer schlechter erkennen und unterdrücken. Ein besseres Verständnis davon, wie CD4+-T-Zellen Tumore in Schach halten können, könnte die Entwicklung von Therapien voranbringen, die diese Immunfunktion auch im höheren Alter aufrechterhalten.

Was noch ungeklärt bleibt

Die Studie stützt sich überwiegend auf Labor- und Tiermodelle. Ob der IL-3/TNF-Mechanismus beim Menschen ebenso wirksam ist und ob er sich sicher aktivieren lässt, ohne gesundes Gewebe zu schädigen, muss in weiterer Forschung geklärt werden. Die Befunde sind ein vielversprechender erster Schritt – klinische Anwendungen sind jedoch noch in weiter Ferne.

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