Repair Bio nimmt freies Cholesterin in der Leber ins Visier
Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind weltweit die häufigste Todesursache. Die meisten Therapien verlangsamen ihren Verlauf. Repair Biotechnologies versucht, sie umzukehren – indem das Unternehmen überschüssiges Cholesterin direkt in den Leberzellen angreift.
Der führende Wirkstoffkandidat des Unternehmens trägt den Namen REP-0004. Er setzt an der Leber an, wo eine Ansammlung von freiem Cholesterin im Zellinneren Schäden verursacht. Damit unterscheidet sich der Ansatz grundlegend von den meisten bestehenden Cholesterinsenkern, die in erster Linie das LDL-Cholesterin im Blutkreislauf reduzieren.
Der Gedanke dahinter: Freies Cholesterin in den Leberzellen trägt zu systemischer Entzündung und Atherosklerose bei – also zur Ablagerung von Plaques in den Blutgefäßen. Indem das Unternehmen dieses Cholesterin auf zellulärer Ebene reduziert, will es früher in den Krankheitsprozess eingreifen. Die Forschenden bei Repair Bio haben von der FDA bereits den Status eines Orphan Drug erhalten, der die klinische Entwicklung beschleunigt.
Klinische Studien ab 2027 geplant
Das Unternehmen strebt den Start erster klinischer Studien am Menschen für das erste Halbjahr 2027 an. Bis dahin müssen noch Toxizitätsstudien und weitere präklinische Daten abgeschlossen werden.
Der Ansatz fügt sich in einen breiteren Trend im Longevity-Bereich ein: statt Symptome zu managen, deren Ursachen beseitigen. Andere Unternehmen verfolgen ähnliche Strategien, etwa die Entfernung von oxidiertem Cholesterin aus Schaumzellen – Makrophagen, die mit Lipidabfällen gefüllt sind – in den Gefäßwänden.
Was diesen Ansatz auszeichnet
Bemerkenswert ist der Fokus auf die Leber statt auf die Blutgefäße selbst. Die Leber ist die zentrale Schaltstelle des Cholesterinstoffwechsels. Ein Eingriff dort könnte weitreichendere Wirkungen haben als eine lokale Behandlung von Plaques in den Gefäßen.
Ob REP-0004 beim Menschen wirksam und sicher ist, wird die klinische Phase zeigen müssen. Der Wirkmechanismus ist biologisch gut belegt, und der Orphan-Drug-Status verschafft dem Unternehmen zusätzliche Ressourcen, um dies zu beweisen.
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