Alzheimer-Studien nehmen zu, Heilmittel bleiben aus
Die Zahl der klinischen Studien zu Alzheimer-Medikamenten steigt kontinuierlich. Zugelassene Therapien sind jedoch nach wie vor rar. Forscher haben 192 laufende Studien ausgewertet, um den Stand des Feldes zu beschreiben.
Alzheimer ist die häufigste Form der Demenz und betrifft weltweit hunderte Millionen Menschen. Die Zahl der verfügbaren Medikamente ist nach wie vor gering. In den vergangenen Jahren wurden einige Präparate zugelassen, die Amyloid-Plaques (Proteinablagerungen im Gehirn) abbauen, doch ihr Einfluss auf den Alltag der Betroffenen bleibt bescheiden. Die Erwartungen an neue Wirkstoffgenerationen sind daher groß.
Laut der Studie, einer jährlichen Übersicht laufender klinischer Studien, werden derzeit 158 Wirkstoffe in 192 Studien getestet. Das entspricht einem Anstieg gegenüber den Vorjahren. Das Wachstum konzentriert sich auf frühe Forschungsphasen, was darauf hindeutet, dass Wissenschaftler mittlerweile ein breiteres Spektrum molekularer Angriffspunkte erkunden.
Was getestet wird
Neben den bekannten Amyloid- und Tau-Wirkstoffen (die auf die beiden meistuntersuchten Proteinstrukturen bei Alzheimer abzielen) richtet sich ein wachsender Anteil der Studien auf Entzündungsprozesse, den Energiestoffwechsel in Gehirnzellen und die Darm-Hirn-Achse. Das spiegelt einen grundlegenden Wandel im Forschungsfeld wider: Alzheimer wird zunehmend als Erkrankung mit vielfältigen Ursachen betrachtet, nicht als Folge eines einzigen molekularen Auslösers.
Der demografische Ausblick ist nüchtern. Mit der alternden Weltbevölkerung dürfte die Zahl der Alzheimer-Erkrankten deutlich steigen. Das erhöht den Druck, wirksame Therapien zu finden.
Die Lücke zwischen Labor und Klinik bleibt groß
Es laufen mehr Studien als je zuvor, doch nur ein kleiner Bruchteil der Wirkstoffkandidaten erreicht die Zulassung. Die meisten scheitern in Phase zwei oder drei der klinischen Prüfung, wenn der Wirkstoff erstmals an größeren Patientengruppen untersucht wird. Die Forscher weisen darauf hin, dass eine bessere Patientenauswahl in frühen Phasen ein entscheidender Schlüssel zur Verbesserung dieser Erfolgsquote sein könnte.
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