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Forschung · Muskeln & Bewegung

Bewegung verlangsamt das Altern des Immunsystems über mehrere Wege

Redaktion LongevityWatch · 25. Juni 2026 · 1 min · English

Das Immunsystem altert. Es wird langsamer, chronisch entzündet und weniger wirksam im Kampf gegen Infektionen und Krebs. Regelmäßige Bewegung scheint diesen Prozess zu verlangsamen – und Wissenschaftler arbeiten bereits daran, diesen Effekt in eine Pille zu gießen.

Zwei Phänomene prägen das immunologische Altern. Das erste ist Inflammaging: eine anhaltende, unterschwellige Entzündung, die nach und nach Blutgefäße, das Gehirn und Organe schädigt. Das zweite ist Immunoseneszenz: ein nachlassendes Reaktionsvermögen der Immunzellen, das den Körper weniger in der Lage macht, Krankheitserreger und abnormale Zellen zu beseitigen.

Ein in Frontiers in Aging veröffentlichter Übersichtsartikel wertete Tier- und Humanstudien zum Thema Bewegung und Immunalterung aus. Die Befunde sind weitgehend einheitlich. Regelmäßige körperliche Aktivität senkt zirkulierende Entzündungsmarker, verringert die Bildung neutrophiler extrazellulärer Fallen (NETs, von Immunzellen freigesetzte Strukturen, die bei chronischer Entzündung schädlich werden) und fördert günstige Verschiebungen in den T-Zell- und NK-Zell-Populationen.

Wirkungen jenseits des Immunsystems

Die Studie beschreibt auch Auswirkungen auf die Blutgefäße innerhalb von Tumoren. Bewegung verbessert die Tumordurchblutung, verringert die Hypoxie im Tumorinneren und stellt die T- und NK-Zellfunktion im Tumormikromilieu wieder her. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Sport das Darmmikrobiom beeinflusst und den Kynurenin-Stoffwechsel moduliert – einen Tryptophan-Abbauweg mit Bedeutung für die Gehirngesundheit.

Eine Pille, die Sport imitiert

Der weltweite Rückgang körperlicher Aktivität macht dies zu einer dringenden Frage. Forscher entwickeln sogenannte Bewegungsmimetika: Wirkstoffe, die die biologischen Reaktionen auf Sport nachahmen, ohne dass Bewegung erforderlich ist. Der Ansatz zeigt in Tierstudien Potenzial, doch Humandaten fehlen weitgehend. Die optimale Bewegungsdosis sowie die ideale Kombination aus Kraft- und Ausdauertraining zur Verlangsamung der Immunalterung sind noch offene Fragen. Der Übersichtsartikel fordert mechanistische Studien, um diese zu klären und die Entwicklung gezielter pharmakologischer Strategien voranzutreiben.

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