Die innere Uhr steuert den Fettstoffwechsel in Fettzellen
Der Körper besitzt eine innere Uhr, die nahezu jede Zelle reguliert. Eine neue Studie in Science zeigt, dass diese Uhr in Fettzellen direkt mit einem Protein verknüpft ist, das Fette ab- und umbaut. Störungen dieses Rhythmus – etwa durch Nachtschichten oder unregelmäßige Mahlzeiten – können den Fettstoffwechsel destabilisieren.
Forschende haben das mitochondriale Transportprotein SLC25A34 als Verbindungsglied zwischen dem zirkadianen Rhythmus (der inneren 24-Stunden-Uhr), der Ernährung und der Umgebungstemperatur in Fettzellen identifiziert. Dieses Protein steuert, wie viel Fettsäure innerhalb der Mitochondrien – der energieproduzierenden Strukturen der Zelle – transportiert wird. Die Studie, erschienen in Science, zeigt, dass die Aktivität dieses Proteins im Tagesverlauf stark schwankt, angetrieben von der inneren Uhr.
Uhr, Ernährung und Temperatur wirken zusammen
Der bemerkenswerte Befund: Nicht nur die Tageszeit spielt eine Rolle, sondern auch was und wann gegessen wird sowie die Umgebungstemperatur. Diese drei Faktoren bestimmen gemeinsam, wie aktiv SLC25A34 in Fettzellen ist – und damit, wie effizient diese Zellen Fette verarbeiten. Wenn der Zeitpunkt von Mahlzeiten nicht mit dem zirkadianen Rhythmus der Zelle übereinstimmt, kann der Fettstoffwechsel aus dem Gleichgewicht geraten.
Das knüpft an die Forschung zum zeitlich begrenzten Essen an, bei dem Mahlzeiten auf ein definiertes Zeitfenster am Tag beschränkt werden. Studien dazu zeigen, dass der Mahlzeitenzeitpunkt die Stoffwechselgesundheit unabhängig von der Kalorienzufuhr beeinflusst. Die neue Studie liefert eine molekulare Erklärung für einen Teil dieses Effekts – wobei es sich um eine einzelne Untersuchung handelt, die weiterer Bestätigung bedarf.
Bedeutung für Alterung und Stoffwechsel
Mit zunehmendem Alter schwächen sich zirkadiane Rhythmen ab. Schlafmuster verschieben sich, Uhr-Gene werden weniger ausgeprägt exprimiert, und die Koordination zwischen Organen nimmt ab. Wenn ein gestörter zirkadianer Rhythmus den Fettstoffwechsel über Proteine wie SLC25A34 beeinträchtigt, könnte das zu den Stoffwechselproblemen beitragen, die viele Menschen im späteren Leben erleben – darunter erhöhtes Körperfett und eine gestörte Glukoseregulation. Dieser Zusammenhang ist bislang nicht direkt belegt und muss in weiteren Studien untersucht werden.
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