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Eine Gehirnschaltung wird während der Opioid-Abstinenz stärker

Redaktion LongevityWatch · 7. August 2026 · 1 min · English

Warum erleiden Menschen nach wochenlanger oder monatelanger Drogenabstinenz einen Rückfall? Neue Forschung an Ratten identifiziert eine spezifische Hirnverbindung, die sich mit zunehmender Abstinenz verstärkt. Bei weiblichen Tieren scheint dieser Mechanismus mit einer höheren Rückfallgefährdung zusammenzufallen.

Forschende untersuchten, was sich in den Gehirnen von Ratten nach länger andauernder Abstinenz von Oxycodon, einem suchterzeugendem Schmerzmittel, verändert. Ihr Fokus lag auf der Verbindung zwischen dem Nucleus paraventricularis thalami und dem Nucleus accumbens, einer Hirnregion, die an Motivation und Belohnung beteiligt ist. Mithilfe von Optogenetik, einer Technik, die Licht einsetzt, um Hirnaktivität an- oder auszuschalten, maßen sie, um wie viel stärker diese Verbindung geworden war.

Stärkere Schaltung, mehr Rückfälle bei weiblichen Ratten

Nach vierzehn Tagen Abstinenz hatte sich die Verbindung zwischen diesen beiden Regionen sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Ratten messbar verstärkt. Dennoch zeigten nur weibliche Ratten nach längerer Abstinenz ein ausgeprägteres Rückfallverhalten, nicht aber nach kürzeren Zeiträumen. Dieser Unterschied ließ sich durch die vom Team beobachteten Veränderungen auf Schaltkreisebene nicht erklären.

Laut den Forschenden deutet dies darauf hin, dass andere Gehirnmechanismen die Rückfallgefährdung bei Weibchen nach längerer Abstinenz erhöhen. Diese Mechanismen sind bislang nicht identifiziert.

Bedeutung für Alterung und Schmerzbehandlung

Der Opioidkonsum nimmt bei älteren Erwachsenen zu, die häufiger unter chronischen Schmerzen leiden. Sucht und Rückfallrisiko sind daher auch ein Thema des Alterns. Das Belohnungssystem des Gehirns verändert sich mit dem Alter, was auf noch wenig verstandene Weise mit Suchtprozessen zusammenwirken kann.

Die in eLife veröffentlichte Studie wurde an Tieren durchgeführt. Ob die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, wurde nicht geprüft. Die Befunde bieten jedoch einen Ausgangspunkt für das Verständnis von Geschlechterunterschieden bei der Behandlung von Opioidabhängigkeit, einem Thema, das in der klinischen Praxis bislang vergleichsweise wenig erforscht ist.

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Suchbegriffe: thalamus accumbens circuit opioid abstinence, optogenetics addiction brain pathways, sex differences opioid relapse

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