Hilft ein Haustier deiner Gesundheit und Langlebigkeit?
Ein Haustier kann zu mehr Bewegung, weniger Einsamkeit und einem besseren Wohlbefinden beitragen, ob es aber auch die Lebensdauer verlängert, ist bislang nicht belegt. Wer ein Haustier vor allem aus gesundheitlichen Motiven erwägt, ist mit einem Hund am besten abgesichert, sollte dabei aber auch die praktischen Belastungen im Blick behalten.
Ältere Menschen mit Hund bewegen sich nachweislich mehr. Mehrere Reviews bestätigen das übereinstimmend. Offen bleibt, ob der Hund die Ursache ist oder ob körperlich aktivere Menschen schlicht eher einen Hund anschaffen.
Für die mentale Gesundheit ist die Befundlage klarer. Ein systematischer Review zeigt, dass hundegestützte Interventionen in Pflegeheimen soziale Kontakte fördern und Einsamkeit reduzieren. Das gehört zu den am häufigsten replizierten Befunden in diesem Forschungsfeld. Breitere Querschnittsstudien verknüpfen Haustierhaltung außerdem mit besseren Herzgesundheitswerten und weniger Einsamkeit. Quasi-experimentelle Studien legen nahe, dass es sich dabei zumindest teilweise um einen echten Effekt des Haustieres handelt.
Ob ein Haustier dein subjektives Wohlbefinden steigert, hängt davon ab, was genau man misst. Eine Studie mit 314 Teilnehmenden fand einen bescheidenen, aber signifikanten Zusammenhang zwischen einer stärkeren Mensch-Tier-Bindung und höheren Wohlbefindenswerten. Die Lebensqualität als solche zeigte in derselben Studie dagegen keinen signifikanten Zusammenhang mit der Haustierinteraktion. Wohlbefinden und Lebensqualität sind also nicht dasselbe.
Menschen mit Demenz, die zu Hause leben, könnten von einem Haustier profitieren. Dazu gibt es bisher aber nur sehr wenige Studien: Ein Scoping-Review, also eine breit angelegte Bestandsaufnahme der vorhandenen Literatur, fand nur sechs Studien, die die Einschlusskriterien erfüllten. Die praktischen Herausforderungen der Tierpflege für Menschen mit Demenz sind dabei kaum untersucht.
Es gibt auch Schattenseiten. Qualitative Studien mit älteren Menschen nennen finanzielle Kosten und Sorgen um die Gesundheit des Tieres als handfeste Belastungen, besonders für Menschen mit niedrigem Einkommen oder eingeschränkter Mobilität. Die Mehrheit aller Studien in diesem Feld ist beschreibender Natur und stützt sich auf nicht repräsentative Stichproben. Zufällig zusammengestellte Vergleichsgruppen sind selten, weshalb belastbare Aussagen über eine verlängerte Lebensdauer bislang nicht möglich sind.
Die Aussagen stützen sich auf zwei Reviews (PMID 19228898, 26164613), einen systematischen Review (PMID 41572201), eine Beobachtungsstudie (PMID 37758641), einen Scoping-Review (PMID 38956987), qualitative Forschung (PMID 31242754) sowie zwei nicht näher indexierte Publikationen (PMID 6360967, 29457329). Randomisierte kontrollierte Studien und Metaanalysen liegen nicht vor.