Lässt sich DNA-Schäden durch Alterung mit dem eigenen Lebensstil entgegenwirken?
Rauchenaufhören, regelmäßige Bewegung und eine gemüsereiche Ernährung reduzieren DNA-Schäden nachweislich; Antioxidantien-Nahrungsergänzungsmittel helfen dabei wahrscheinlich nicht.
Rauchen ist der Lebensstilfaktor mit der stärksten Verbindung zu messbaren DNA-Schäden. Bei Rauchern liegen beschädigte DNA-Bausteine in weißen Blutkörperchen 20–50 % höher als bei Nichtrauchern, und über den Urin wird 35–50 % mehr Schadstoffausscheidung gemessen. Auch übermäßiger Alkoholkonsum, Adipositas, extrem intensives Training und eine Ernährung mit zu wenig Schutzsubstanzen erhöhen die Bildung reaktiver Sauerstoffverbindungen im Körper, was mit einem höheren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs in Verbindung gebracht wird.
Bewegung und eine reduzierte Kalorienzufuhr wirken schützend – allerdings mit einem Vorbehalt, was beim Menschen bereits belegt ist. Regelmäßige körperliche Aktivität aktiviert Proteine, die den Zellschutz regulieren, und trägt so zu besserer DNA-Reparatur und einer stärkeren antioxidativen Abwehr bei. Kalorienrestriktion (weniger essen ohne Nährstoffmangel) verlängert in einem breiten Spektrum von Organismen sowohl die durchschnittliche als auch die maximale Lebensspanne und bremst Alterungsprozesse auf Zellebene, darunter DNA-Schäden. Ob dieser Effekt beim Menschen genauso stark ausfällt, ist bisher nicht ausreichend untersucht.
Gemüse, Obst und Pilze enthalten pflanzliche Verbindungen, die dieselben Schutzmechanismen aktivieren wie Bewegung und Kalorienrestriktion. So zeigte eine Studie am Menschen, dass der Verzehr von Rosenkohl die gemessene DNA-Schadensrate senkte. Dieses Ergebnis steht für sich, fügt sich aber in eine breitere Evidenzlinie aus Tier- und Modellorganismus-Studien ein. Eine Übertragung in belastbare klinische Leitlinien für den Menschen steht noch aus.
Populäre Antioxidantien-Nahrungsergänzungsmittel und Vitaminpräparate enttäuschen. Mehrere Ernährungsstudien und Interventionen mit solchen Präparaten zeigten keinen nachweisbaren Effekt auf das Ausmaß oxidativer DNA-Schäden beim Menschen. Vitamin C ist in Assoziationsstudien mit weniger Spermien-DNA-Schäden verbunden, Kausalität ist jedoch nicht belegt. Entzündungshemmende Pflanzenstoffe aus der Ernährung scheinen wirksamer zu sein als Nahrungsergänzungsmittel, besonders in Kombination mit einer kalorienärmeren Ernährungsweise.
Alle Quellen sind Reviews, keine randomisierten Studien oder Metaanalysen. Die Evidenzstärke für den Zusammenhang zwischen Lebensstil und DNA-Schäden ist damit mäßig: biologisch plausibel und über mehrere Reviews hinweg konsistent, aber für die meisten Endpunkte fehlen große Interventionsstudien.