Was ist Brainfog eigentlich, und wo kommt er her?
Brainfog kann mehrere Ursachen haben – von Long-COVID und Schlafmangel bis hin zu anhaltender intensiver Denkanstrengung. Wenn du nicht weißt, wo deine Beschwerden herkommen, lohnt es sich, zuerst Schlaf und Erholung anzugehen. Bei Beschwerden, die nach einer Infektion nicht nachlassen, solltest du eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.
Brainfog ist keine offizielle Diagnose, sondern ein Sammelbegriff für ein ganzes Bündel von Beschwerden: Konzentrationsprobleme, Gedächtnislücken, das Gefühl, langsam oder benebelt zu denken, und Schwierigkeiten beim Planen und Organisieren. Das Phänomen tritt bei sehr unterschiedlichen Erkrankungen und Situationen auf – es handelt sich nicht um eine einzige spezifische Krankheit.
Die bekannteste aktuelle Ursache ist Long-COVID. Nach einer COVID-19-Infektion können das Virus selbst (oder Überreste davon), ein entgleistes Immunsystem und Schäden an kleinen Blutgefäßen im Gehirn zusammen anhaltende kognitive Beschwerden auslösen. Wie lange und wie stark diese Beschwerden anhalten, unterscheidet sich von Person zu Person erheblich.
Eine weitere gut dokumentierte Ursache ist Schlafmangel. Im Gehirn sammelt sich mit zunehmender Wachdauer ein Müdigkeitsstoff namens Adenosin an. Dieser Stoff hemmt das Wachheitssystem und trägt direkt zu den Konzentrations- und Gedächtnisproblemen bei, die Menschen als Brainfog kennen. Bei anhaltendem Schlafmangel oder chronischer Schlaflosigkeit werden diese Beschwerden deutlich spürbar.
Mentale Erschöpfung durch länger andauernde Denkanstrengung ist ein dritter Mechanismus. Eine randomisierte Studie zeigte, dass neunzig Minuten intensiven Denkens die Teilnehmenden danach bei einem Erschöpfungstest auf dem Fahrrad klar schlechter abschneiden ließ. Nicht weil Herz, Lunge oder Muskeln versagten, sondern weil die Belastung schlicht schwerer anfühlte. Die Zeit bis zur Erschöpfung sank um rund 15 Prozent. Das belegt, dass mentale Ermüdung auch körperlich messbar ist.
Schwere körperliche Erkrankungen können Brainfog ebenfalls verursachen. Bei Menschen mit chronischer Nierenerkrankung, die dialysiert werden, beobachten Ärzte einen beschleunigten kognitiven Abbau, Verwirrtheit und Kopfschmerzen – zusätzlich zu dem, was die Erkrankung selbst bereits verursacht. Die Behandlung scheint dabei eine eigenständige Rolle zu spielen, unabhängig von weiteren Begleiterkrankungen. Das zeigt, dass Brainfog manchmal eine Nebenwirkung einschneidender medizinischer Therapien ist.
Die Aussagen stützen sich auf eine Kombination aus klinischen Reviews, einer randomisierten Crossover-Studie und Beobachtungsdaten bei Dialysepatienten. Die Evidenz zeigt eine konsistente Richtung, variiert aber in ihrer Belastbarkeit. Keine der Quellen liefert genaue Prävalenzzahlen für Brainfog in der Allgemeinbevölkerung.