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Was sind freie Radikale und was machen sie mit deinen Zellen?

Freie Radikale sind unvermeidliche Stoffwechselnebenprodukte, die in kleinen Mengen nützlich sind, im Übermaß jedoch DNA, Proteine und Zellmembranen schädigen. Antioxidative Nahrungsergänzungsmittel helfen in der Praxis kaum; der wirksamste Schutz besteht darin, externe Auslöser wie Rauchen, Feinstaub und übermäßige UV-Exposition zu meiden.

Freie Radikale sind winzige Moleküle mit einem einzelnen ungepaarten Elektron, was sie extrem reaktionsfreudig macht. Sie entstehen als normales Nebenprodukt deines Stoffwechsels: Etwa 5 % des eingeatmeten Sauerstoffs wird nicht vollständig abgebaut und bildet so diese reaktiven Teilchen. Daran führt kein Weg vorbei, denn sie gehören zum Leben dazu.

In kleinen Mengen sind freie Radikale sogar nützlich. Sie fungieren als Signalmoleküle, die Zellteilung steuern und Abwehrreaktionen regulieren. Problematisch wird es erst bei einem Überangebot: Dann sprechen Forschende von oxidativem Stress. In diesem Zustand schädigen sie DNA (dein Erbgut), Proteine (die Arbeitsmoleküle der Zelle) und die Fette in deiner Zellmembran. Diese Fettschädigung, Lipidperoxidation genannt, erzeugt giftige Abbauprodukte, die Gene abschalten und Zelltod auslösen können.

Dein Körper besitzt eigene Schutzsysteme, die freie Radikale in Schach halten: spezialisierte Enzyme, die reaktive Moleküle unschädlich machen. Oxidativer Stress entsteht erst dann, wenn diese Abwehr der Produktion nicht mehr standhält. Zusätzliche freie Radikale von außen, etwa durch UV-Strahlung, Feinstaub oder Abgase, können dieses Gleichgewicht weiter kippen, besonders in der Haut.

Anhaltender oxidativer Stress wird mit schweren Erkrankungen wie Diabetes, Arteriosklerose, Krebs und Hirnkrankheiten wie Alzheimer und Parkinson in Verbindung gebracht. Ob er deren Ursache oder eher eine Begleiterscheinung ist, lässt sich nicht immer eindeutig sagen. Ein neuerer Befund aus Labor- und Tierversuchen zeigt außerdem, dass beschädigte Mitochondrien (die Kraftwerke der Zelle) von Zelle zu Zelle übertragen werden können, wobei sie in der aufnehmenden Zelle freie Radikale anreichern und deren Teilungsrate erhöhen.

Freie Radikale mit Nahrungsergänzungsmitteln zu bekämpfen enttäuscht in der Praxis. Antioxidantien sehen in Laborstudien vielversprechend aus, doch Studien am Menschen zeigen kaum Wirkung. Wann und wo sie gezielt eingreifen können, erforscht die Wissenschaft noch.

Die Belege
8 Studien

Alle Aussagen stammen aus Übersichtsarbeiten; die Quellengrundlage enthält keine randomisierten Studien oder Metaanalysen. Der Zusammenhang zwischen oxidativem Stress und chronischen Krankheiten beruht auf Assoziationen, nicht auf nachgewiesener Kausalität. Die Mitochondrienübertragung auf Krebszellen ist ausschließlich aus Labor- und Tierversuchen belegt.

Zuletzt geprüft: September 2026 · wie das beurteilt wurde
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