Wie gesund ist Meditieren, und was bewirkt es konkret?
Meditation hat einen mäßigen, aber gut belegten Effekt auf Depressionen, Angst und Schmerzen und lässt sich sicher mit anderen Behandlungen kombinieren. Für weitere Gesundheitsversprechen ist die Evidenz noch zu schwach, um sich darauf zu stützen.
Am deutlichsten belegt ist der Nutzen von Meditation bei Depressionen und Angststörungen. Der Effekt ist mäßig: Bei Angstbeschwerden sinkt der Beschwerdewert nach acht Wochen um ein klar messbares Ausmaß, und dieser Effekt lässt sich noch sechs Monate später nachweisen. Bei Depressionen sieht es ähnlich aus. Ob du Meditation ergänzend zu einer anderen Behandlung einsetzt oder als alleinigen Ansatz, in beiden Fällen wirkt sie.
Bei chronischen Schmerzen gibt es ebenfalls einen positiven Befund. Die Effektgröße ist vergleichbar mit der bei Angst und Depression, doch die Studien weichen stärker in Aufbau und Messmethoden voneinander ab, weshalb die Schlussfolgerungen hier weniger gesichert sind.
Meditation schneidet nicht besser ab als andere aktive Behandlungen wie Antidepressiva oder Bewegungstherapie. Sie ist eine gleichwertige Alternative, kein Allheilmittel. Wer bereits eine Therapie macht oder Medikamente nimmt, muss damit nicht aufhören: Meditation lässt sich gut ergänzend einsetzen. Unerwünschte Wirkungen wurden keine berichtet.
Für ältere Menschen, die etwas für ihre körperliche Fitness tun möchten, sind meditative Bewegungsformen wie Tai-Chi bemerkenswert wirksam. Sie gehören zusammen mit Krafttraining zu den Ansätzen mit dem größten messbaren Gewinn bei körperlichen Ergebnissen für Menschen ab 65 Jahren.
Für einige verbreitete Erwartungen reichen die bisherigen Studien nicht aus. Schlafqualität, Aufmerksamkeit, Essgewohnheiten, Gewicht und Substanzkonsum haben sich in den vorliegenden Untersuchungen durch Meditation nicht nachweisbar verbessert. Dazu gibt es bisher nur kleine Studien mit methodischen Schwächen, sodass ein Effekt nicht ausgeschlossen ist, aber noch nicht solide belegt wurde.
Basiert auf mehreren Metaanalysen und randomisierten Studien (PMID 24395196, 31083878, 15256293, 37561896, 32525097). Die stärksten Befunde stammen aus Metaanalysen kontrollierter Studien; die Schmerzstudie ist etwas stärker beobachtender Natur. Viele Einzelstudien sind klein und weisen methodische Einschränkungen auf.