Wie schädlich ist Luftverschmutzung für deine Gesundheit?
Luftverschmutzung ist ernsthaft gesundheitsschädlich: Sie erhöht das Risiko für Lungen- und Herzerkrankungen und kostet weltweit jährlich Millionen von Menschenleben. Sauberere Luft – sowohl durch politische Maßnahmen als auch durch persönliche Entscheidungen wie das Meiden stark befahrener Straßen – senkt dieses Risiko nachweislich.
Luftverschmutzung tötet laut WHO weltweit schätzungsweise 2,4 Millionen Menschen jährlich vorzeitig. Damit gehört sie zu den größten vermeidbaren Todesursachen überhaupt – vergleichbar in ihrer Dimension mit dem Rauchen. Forschende fordern deshalb, dass sie in der Gesundheitspolitik genauso ernst genommen wird wie die Tabakbekämpfung.
Am stärksten betroffen sind Herz und Lunge. Langfristige Exposition erhöht das Risiko für COPD, Asthma, Herzinfarkte und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Als besonders gut untersuchte Verursacher gelten Feinstaub und bodennahes Ozon: Beide sind mit erhöhter Sterblichkeit und mehr Krankheitsfällen assoziiert, und die Langzeiteffekte von Feinstaub in Ostasien sind vergleichbar mit dem, was in Europa und Nordamerika gemessen wird. Bodennahes Ozon verursacht außerdem entzündliche Lungenschäden und wird mit Schäden am Nervensystem, am Stoffwechsel und an der Fortpflanzung in Verbindung gebracht.
Bemerkenswert ist, dass sich schädliche Veränderungen im Körper bereits messen lassen, bevor jemand tatsächlich erkrankt. Bei Menschen mit erhöhter Luftverschmutzungsexposition lassen sich erhöhte Entzündungswerte im Blut sowie Veränderungen in der Genexpression nachweisen. Das deutet darauf hin, dass die Schädigung auf zellulärer Ebene beginnt – lange bevor Beschwerden auftreten.
Schwangere und Kleinkinder sind besonders gefährdet. Exposition während der Schwangerschaft und frühen Kindheit wurde in mehreren epidemiologischen Studien mit Frühgeburten, höherer Säuglingssterblichkeit, Atemwegsproblemen, Allergien, Wachstumsverzögerungen und beeinträchtigter Gehirnentwicklung verknüpft. Welche Art von Verschmutzung in welchem Zeitraum den größten Schaden anrichtet, variiert dabei von Studie zu Studie.
Es gibt aber auch gute Nachrichten: Politische Maßnahmen zeigen Wirkung. Technische Verbesserungen wie sauberere Dieselmotoren sowie staatliche Emissionsreduktionsprogramme senken nachweislich die Zahl vorzeitiger Todesfälle und Erkrankungen. Luftqualitätspolitik gehört damit zu den wirksamsten Instrumenten der öffentlichen Gesundheitsvorsorge.
Basierend auf mehreren großen epidemiologischen Studien, einer WHO-Schätzung und regionalen Analysen (u. a. Ostasien und China). Die Zusammenhänge für Herz- und Lungenerkrankungen sind stark und konsistent. Effekte auf Säuglinge und spezifische Nicht-Lungenerkrankungen (neurologisch, reproduktiv) beruhen auf Beobachtungsstudien und sind kausal weniger eindeutig belegt.