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Gehirn-Immunzellen zerstören Neuronen bei ALS

Redaktion LongevityWatch · 29. August 2026 · 1 min · English

Bei ALS sterben Motoneuronen. Neue Mausforschung legt nahe, dass die Krankheit selbst nicht der einzige Treiber ist: Bestimmte Immunzellen des Gehirns scheinen noch lebende Neuronen aktiv zu verschlingen und den Verlust so zu beschleunigen.

ALS (amyotrophe Lateralsklerose) ist eine schwere Erkrankung, bei der Motoneuronen fortschreitend absterben, was zu Muskelschwäche und dem Verlust der Bewegungsfähigkeit führt. Die genauen Ursachen sind bislang nicht vollständig geklärt.

Forschende richteten ihr Augenmerk auf Mikroglia, die Immunzellen des Gehirns und Rückenmarks. In gesundem Gewebe beseitigen Mikroglia abgestorbene Zellen und Zelltrümmer. Die Studie, erschienen in Nature Communications, zeigt in einem Mausmodell, dass Mikroglia in ALS-Gewebe lebende Motoneuronen aktiv aufzunehmen scheinen. Im Mittelpunkt dieses Mechanismus stehen zwei Proteine auf der Zelloberfläche: Axl und Mertk. Diese Proteine erkennen ein Signal, das normalerweise nur auf sterbenden Zellen auftaucht: Phosphatidylserin, eine Art „Friss-mich"-Markierung, die auf der Oberfläche von ALS-Motoneuronen krankhaft erhöht war.

Was die Ausschaltung von Axl und Mertk bewirkte

Als die Gene Axl und Mertk im ALS-Mausmodell inaktiviert wurden, lebten die Tiere länger. Motoneuronen blieben besser erhalten, und neuromuskuläre Synapsen, also die Verbindungen zwischen Nervenzellen und Muskeln, hielten sich länger intakt. Auch in den Lysosomen der Mikroglia, den internen Abbaukammern der Zelle, sammelten sich deutlich weniger Reste von Nervenzellen an.

Das deutet darauf hin, dass Mikroglia in ALS-Gewebe den Neuronenabbau aktiv beschleunigen, anstatt lediglich auf bereits eingetretenen Zelltod zu reagieren.

Grenzen des Modells

ALS-Mausmodelle sind nützlich, aber in ihrer Aussagekraft begrenzt: Sie beruhen auf spezifischen genetischen Mutationen, die die Krankheit bei Mäusen nachbilden, und ob derselbe Mechanismus beim Menschen identisch abläuft, ist nicht gesichert. Die Forschenden betonen dies ausdrücklich.

Das Potenzial des Befunds ist dennoch erheblich: Wenn Axl und Mertk der Schalter sind, über den Mikroglia lebende Neuronen zerstören, sind diese Proteine grundsätzlich als Angriffspunkte für künftige Therapien geeignet. Damit ist diese Forschung nicht nur für ALS relevant, sondern für das gesamte Feld der neurodegenerativen Erkrankungen.

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Search terms: microglia neuronal phagocytosis ALS, TAM receptor neurodegeneration, phosphatidylserine eat-me signal

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