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Gürtelrose-Impfung senkt Demenzrisiko um 24 Prozent

Redaktion LongevityWatch · 26. August 2026 · 1 min · English

Ein Impfstoff gegen Gürtelrose scheint mehr zu leisten als den Schutz vor einem schmerzhaften Ausschlag. In einer Studie mit über 500.000 älteren Erwachsenen war bei denjenigen, die den Impfstoff Shingrix erhalten hatten, die Wahrscheinlichkeit einer Demenzdiagnose innerhalb von vier Jahren um 24 Prozent geringer.

Gürtelrose wird durch das Varizella-Zoster-Virus ausgelöst, das nach einer Windpocken-Infektion in Nervenzellen schlummert und sich im späteren Leben reaktivieren kann. Die Forschenden stellten fest, dass die Impfung gegen Gürtelrose mit einem deutlichen Rückgang der Demenzdiagnosen verbunden war. Grob gerechnet wurde bei einer von 17 geimpften Personen ein Demenzfall verhindert.

Warum dieser Zusammenhang besteht, ist bislang nicht geklärt. Eine Hypothese lautet: Wenn das Herpesvirus reaktiviert wird, löst es eine anhaltende, schwelende Entzündung im Nervengewebe aus. Solche chronischen Entzündungsprozesse, in der Forschung als Inflammaging bezeichnet, stehen mit verschiedenen altersbedingten Erkrankungen in Verbindung, darunter neurodegenerative Leiden. Wer die Reaktivierung des Virus unterdrückt, könnte damit langfristig die Entzündungslast im Gehirn verringern.

Große Stichprobe, aber Grenzen einer Beobachtungsstudie

Der Umfang der Studie ist bemerkenswert. Eine halbe Million Teilnehmende ist für diese Art von Forschung außergewöhnlich. Allerdings handelt es sich um eine Beobachtungsstudie, was bedeutet: Menschen, die sich impfen lassen, können sich in anderen gesundheitsrelevanten Merkmalen von Ungeimpften unterscheiden. Die Forschenden haben mögliche Störfaktoren herausgerechnet, doch einen ursächlichen Zusammenhang kann erst eine randomisierte kontrollierte Studie belegen.

Impfstoffe als Werkzeug für ein längeres Leben?

Aus der Perspektive der Langlebigkeitsforschung verdient dieser Befund Aufmerksamkeit. Ein bereits verfügbarer, breit eingesetzter und sicherer Impfstoff könnte Vorteile bieten, die weit über seinen eigentlichen Zweck hinausgehen. Frühere Untersuchungen hatten bereits auf einen Zusammenhang zwischen bestimmten Virusinfektionen und einem erhöhten Demenzrisiko hingewiesen. Diese Studie versieht diese Evidenzlinie mit einer konkreten Zahl, auch wenn die Forschenden selbst weitere Überprüfungen für nötig halten.

Der Befund passt zu einem wachsenden Forschungsstrang, der chronischen Infektionen und Entzündungen eine größere Rolle beim Altern des Gehirns zuschreibt als bisher angenommen.

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Suchbegriffe zum Weiterlesen: herpesvirus neuroinflammation, inflammaging cognitive decline, vaccine dementia prevention observational study

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