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Forschung · Hormone

Warum Männer und Frauen anders altern, bekommt eine eigene Forschungsagenda

Redaktion LongevityWatch · 16. August 2026 · 1 min · English

Männer und Frauen altern unterschiedlich. Dennoch wird dieser Unterschied selten systematisch untersucht. Ein vom US National Institute on Aging ausgerichteter Workshop soll das nun ändern.

Im Dezember 2025 brachte das National Institute on Aging (NIA) Forschende, Kliniker und Politikverantwortliche zusammen, um die mechanistischen Grundlagen geschlechtsspezifischer Gesundheitsunterschiede in verschiedenen Geweben und über die gesamte Lebensspanne hinweg zu untersuchen. Das Ziel bestand nicht nur darin, zu belegen, dass Männer und Frauen unterschiedlich altern, sondern zu verstehen, wie und warum. Der Workshop-Bericht wurde in Nature Aging veröffentlicht.

Geschlechtsspezifische Unterschiede beim Altern wirken gleichzeitig auf mehreren Ebenen: Hormone, Immunreaktionen, Gewebestruktur und Muster der Gen-Aktivierung unterscheiden sich zwischen den biologischen Geschlechtern. Frauen leben im Durchschnitt länger, verbringen aber mehr Jahre mit chronischen Erkrankungen. Männer hingegen haben ein höheres Risiko, frühzeitig an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Diese Muster sind klinisch bekannt, die zugrundeliegenden Mechanismen sind jedoch kaum verstanden.

Neue Technologien eröffnen neue Möglichkeiten

Der Workshop beleuchtete aufkommende Technologien, die die Erforschung geschlechtsspezifischer Unterschiede beschleunigen könnten. Einzelzell-Analysen ermöglichen es Forschenden heute, zu beobachten, wie einzelne Zellen in Organen je nach biologischem Geschlecht unterschiedlich reagieren. Auch Methoden zur Untersuchung geschlechtsspezifischer Unterschiede bei Alterungsuhren, also molekularen Maßen des biologischen Alters, wurden diskutiert.

Zu den Teilnehmenden zählte auch Fachleute der Veterans Health Administration, was einen klinischen und militärischen Blickwinkel einbrachte: Geschlechtsspezifische Unterschiede bei Gesundheitsergebnissen sind in Veteranenpopulationen besonders sichtbar geworden, da immer mehr Frauen Militärdienst leisten.

Bedeutung für die Longevity-Forschung

Ein Ansatz zur Langlebigkeit, der nicht zwischen Männern und Frauen unterscheidet, übersieht möglicherweise die Hälfte des Bildes. Wenn Präventions- und Behandlungsstrategien auf Daten aufgebaut werden, die überwiegend von Männern stammen, dürften sie bei Frauen weniger wirksam sein. Der Workshop benennt dies ausdrücklich als blinden Fleck der Forschung. Noch sind das Empfehlungen auf dem Papier; ob daraus konkrete Maßnahmen werden, muss die weitere Forschung zeigen.

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Suchbegriffe zur Vertiefung: sex-based aging differences, single-cell sex differences, hormonal modulation aging

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