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Forschung · Herz & Gefäße

Herzgefäße erneuern sich nach einem Herzinfarkt selbst

Redaktion LongevityWatch · 22. August 2026 · 2 min · English

Nach einem Herzinfarkt ist ein Teil des Herzmuskels dauerhaft geschädigt. Doch das Herz verfügt über eine eigene Reparaturstrategie, die Forschende lange nicht verstanden haben. Eine neue Studie in Science zeigt, wie sich spontan kleine Blutgefäße neu bilden.

Wenn eine Herzkranzarterie verstopft und die Blutversorgung des Herzmuskels zu stark nachlässt, spricht man von einer Ischämie. Manche Menschen entwickeln nach einem Herzinfarkt spontan kleine Umgehungsgefäße, die das betroffene Gebiet wieder mit Blut versorgen. Diese sogenannten koronaren Kollateralen werden seit Jahrzehnten beobachtet, ihr Ursprung war jedoch lange unklar.

Die Forschenden verfolgten die Entstehung dieser Gefäße systematisch. Sie fanden Hinweise darauf, dass koronare Kollateralen nicht als Verzweigungen bestehender Gefäße auswachsen, sondern de novo aus einer bestimmten Vorläuferzellpopulation entstehen. Diesen Prozess, bei dem völlig neue Blutgefäße aufgebaut werden, bezeichnet man als Vaskulogenese. Sie unterscheidet sich von der Angiogenese, bei der bestehende Gefäße neue Sprossung bilden.

Was das für die Erholung nach einem Herzinfarkt bedeutet

Diesen Mechanismus zu kennen ist für Menschen relevant, die einen Herzinfarkt überstanden haben. Lässt sich herausfinden, welche Signale die Vaskulogenese anstoßen, könnten daraus Therapien entstehen, die diesen Prozess unterstützen oder beschleunigen. Bei älteren Menschen ist die Fähigkeit des Herzens zur Selbstreparatur generell eingeschränkt: Das Altern stört die Signalwege, die die Neubildung von Gefäßen steuern. Ob dieser Vaskulogenese-Mechanismus bei älteren Patienten ebenfalls beeinträchtigt ist und warum, ist eine naheliegende Anschlussfrage.

Die Studie erschien in Science und liefert bislang Belege ausschließlich aus Tiermodellen und Laborzellen. Bis daraus klinische Behandlungen für Menschen werden, sind weitere Schritte nötig. Dennoch ist die Identifizierung der beteiligten Vorläuferzellen ein wertvoller Ansatzpunkt für die künftige Forschung zu Herzrehabilitation und vaskulärem Altern.

Altern und die Reparaturfähigkeit des Herzens

Mit zunehmendem Alter lässt die Fähigkeit von Blutgefäßen nach, sich selbst zu reparieren. Das ist ein wesentlicher Grund dafür, warum ältere Menschen einen Herzinfarkt schlechter überstehen als jüngere. Die Vaskulogenese gibt Forschenden nun einen konkreten Mechanismus an die Hand, den sie gezielt untersuchen können. Für die Longevity-Forschung ist das ein neues Puzzlestück beim vaskulären Altern.

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