Immunsignaturen könnten Herzerkrankungen früh ankündigen
Die meisten Menschen, die einen Herzinfarkt erleiden, haben keinen erhöhten Cholesterinspiegel. Diese Beobachtung beschäftigt Kardiologen seit Jahrzehnten. Nun legen Forscher nahe, dass Muster im Immunsystem des Blutes vorhersagen könnten, wer eine Atherosklerose entwickeln wird – noch bevor erste Symptome auftreten.
Atherosklerose ist die schrittweise Ablagerung fetthaltiger Plaques in Arterienwänden. Diese Plaques entstehen unter anderem, weil Immunzellen namens Makrophagen an ihre Grenzen stoßen. Eigentlich werden sie rekrutiert, um überschüssiges Cholesterin aus den Gefäßwänden zu entfernen, doch dabei nehmen sie selbst Schaden und verstärken lokale Entzündungsprozesse. Was Makrophagen tun, hängt wesentlich vom übergeordneten Zustand des Immunsystems ab – und der unterscheidet sich von Mensch zu Mensch erheblich.
Die Forscher zeigen, dass bestimmte Zusammensetzungen von Immunzellen im Blut mit einem erhöhten kurzfristigen Risiko korrelieren, eine Atherosklerose zu entwickeln. Es handelt sich um messbare Muster in der Immunzell-Zusammensetzung, die von klassischen Risikofaktoren wie Körpergewicht oder Blutdruck unabhängig sind. Solche Muster treten häufiger bei Menschen mit chronischen Entzündungen, Stoffwechselstörungen oder Adipositas auf, beschränken sich aber nicht auf diese Gruppen.