longevitywatch
Forschung · Herz & Gefäße

Immunsignaturen könnten Herzerkrankungen früh ankündigen

Redaktion LongevityWatch · 6. September 2026 · 1 min · English

Die meisten Menschen, die einen Herzinfarkt erleiden, haben keinen erhöhten Cholesterinspiegel. Diese Beobachtung beschäftigt Kardiologen seit Jahrzehnten. Nun legen Forscher nahe, dass Muster im Immunsystem des Blutes vorhersagen könnten, wer eine Atherosklerose entwickeln wird – noch bevor erste Symptome auftreten.

Atherosklerose ist die schrittweise Ablagerung fetthaltiger Plaques in Arterienwänden. Diese Plaques entstehen unter anderem, weil Immunzellen namens Makrophagen an ihre Grenzen stoßen. Eigentlich werden sie rekrutiert, um überschüssiges Cholesterin aus den Gefäßwänden zu entfernen, doch dabei nehmen sie selbst Schaden und verstärken lokale Entzündungsprozesse. Was Makrophagen tun, hängt wesentlich vom übergeordneten Zustand des Immunsystems ab – und der unterscheidet sich von Mensch zu Mensch erheblich.

Die Forscher zeigen, dass bestimmte Zusammensetzungen von Immunzellen im Blut mit einem erhöhten kurzfristigen Risiko korrelieren, eine Atherosklerose zu entwickeln. Es handelt sich um messbare Muster in der Immunzell-Zusammensetzung, die von klassischen Risikofaktoren wie Körpergewicht oder Blutdruck unabhängig sind. Solche Muster treten häufiger bei Menschen mit chronischen Entzündungen, Stoffwechselstörungen oder Adipositas auf, beschränken sich aber nicht auf diese Gruppen.

Was sagt die Evidenz dazu?
Muss ich mir bei leicht erhöhtem Cholesterin Sorgen machen, wenn sonst alles in Ordnung ist?
Verwandte Forschung
05 Sep
Schlafende Ribosomen verraten, wie gestresste Zellen altern
02 Sep
Herzrate im Schlaf spiegelt Gedächtniskonsolidierung wider
01 Sep
Herzmedikament gescheitert: Was das Studienergebnis bedeutet
Newsletter

Bleib auf dem Laufenden

Zweimal pro Woche die wichtigste Longevity-Forschung in deinem Postfach.