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Forschung · Immunsystem

Immunzellen verstärken UV-Schäden in alternder Haut

Redaktion LongevityWatch · 30. Juli 2026 · 2 min · English

Das Immunsystem soll den Körper vor Schäden schützen. In alternder Haut kann es die durch die Sonne verursachten Schäden jedoch verstärken. Neue Forschungsergebnisse zeigen, wie dieser Mechanismus funktioniert und wie er sich aufhalten lässt.

Wenn Haut UV-Strahlung ausgesetzt wird, reagiert das Immunsystem, als wäre ein Eindringling vorhanden. Das löst sterile Entzündung aus – eine Entzündungsreaktion, die ohne Infektion, allein als Antwort auf Gewebeschäden entsteht. In alternder Haut verläuft diese Reaktion anders als in jüngerer Haut. Die Forschenden veröffentlichten ihre Ergebnisse in der Zeitschrift Aging Cell.

Die entscheidenden Akteure sind Neutrophile: weiße Blutkörperchen, die als erste an Schadensorten eintreffen. Wenn sie aktiviert werden, können Neutrophile Strukturen freisetzen, die als NETs (neutrophil extracellular traps) bezeichnet werden – Netzwerke aus genetischem Material und Proteinen, die dazu dienen, Krankheitserreger einzufangen. In UV-geschädigter Haut werden NETs aktiviert, obwohl kein Erreger vorhanden ist. Die entstehenden Strukturen können dann stattdessen gesundes umliegendes Gewebe schädigen.

Inflammaging in der Haut

Dieser Mechanismus fügt sich in das übergeordnete Muster des Inflammaging ein: die chronische, schwelende Entzündung, die mit dem Alter zunimmt und in vielen Geweben Schäden verursacht. In der Haut erhöht Inflammaging die Anfälligkeit für UV-Schäden. Dadurch ist alternde Haut empfindlicher, selbst bei gleicher Sonneneinstrahlung wie jüngere Haut.

In einem Mausmodell untersuchten die Forschenden, ob eine Blockade der NET-Bildung den Schaden verringern würde. Das Ergebnis war positiv: Mäuse, bei denen die NET-Aktivierung gehemmt wurde, zeigten nach UV-Exposition geringere Gewebeschäden. Es handelt sich dabei um vorläufige Befunde aus Tiermodellen, und der Schritt von der Maus zum Menschen bleibt erheblich.

Was das für das Altern der Haut bedeutet

Für die Langlebigkeitsforschung ist dies auf mehreren Ebenen relevant. Es zeigt, dass das Altern nicht nur einzelne Zellen verändert, sondern auch die Art, wie das Immunsystem auf Schäden reagiert. Zudem eröffnet es die Möglichkeit, dass eine gezielte Steuerung der Immunaktivierung eine Strategie zur Verlangsamung des Hautalterns sein könnte. Die Forschenden betonen jedoch, dass die Befunde noch in einem frühen Stadium sind und eine klinische Anwendung noch nicht absehbar ist.

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