Lange nicht-kodierende RNA steuert die Entwicklung von Immunzellen
Nicht jede RNA in der Zelle dient der Proteinherstellung. Ein großer Teil bleibt unübersetzt und reguliert stattdessen andere Gene. Nun haben Forschende gezeigt, dass ein solches RNA-Molekül für die Entwicklung eines bestimmten Immunzelltyps unverzichtbar ist.
Angeborene lymphoide Zellen des Typs 2 (ILC2s) sind Immunzellen, die an der Abwehr von Parasiten, an allergischen Reaktionen und an der Gewebereparatur beteiligt sind. Ihre Entwicklung hängt vom Transkriptionsfaktor Gata3 ab, der Vorläuferzellen in verschiedene Immunzelllinien lenkt.
Die Forschenden stellten fest, dass eine lange nicht-kodierende RNA (lncRNA) namens Dreg1, die unmittelbar stromaufwärts des Gata3-Gens liegt, für eine optimale ILC2-Entwicklung notwendig ist. Ohne Dreg1 wurden deutlich weniger ILC2s gebildet. Die RNA kodiert kein Protein, sondern reguliert, wann und in welchem Ausmaß Gata3 exprimiert wird.
Warum das für das Altern relevant ist
Das Immunsystem verändert sich mit dem Alter. ILC2s sind in diesem Zusammenhang eine besonders interessante Zellklasse: Sie tragen zu chronischen Entzündungen, spät auftretendem Asthma und der Regulation von Fettgewebe bei. Ein besseres Verständnis davon, wie ihre Entwicklung gesteuert wird, könnte Aufschluss über altersbedingte Verschiebungen der Immunfunktion geben.
Lange nicht-kodierende RNAs sind ein vergleichsweise junges Forschungsgebiet. Tausende solcher Moleküle existieren im menschlichen Genom, doch die Funktion der meisten ist noch ungeklärt. Für Dreg1 liegt nun eine klar definierte Rolle vor, was es zu einem potenziellen Angriffspunkt für Interventionen zur Modulation des Immunsystems macht.
Folgen für die Gewebereparatur
ILC2s sind nicht nur an Infektionsreaktionen beteiligt. Sie koordinieren auch Reparaturprozesse im Gewebe. Eine gestörte ILC2-Produktion könnte die Regenerationsfähigkeit von Geweben beeinträchtigen. Bei älteren Erwachsenen, deren Regenerationskapazität ohnehin bereits eingeschränkt ist, handelt es sich um einen besonders relevanten Mechanismus. Ob sich die Dreg1-Aktivität mit dem Alter verändert, muss in weiteren Studien untersucht werden.
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