Lebensstilrisiken stehen mit fast der Hälfte aller Demenzfälle in Verbindung
Fast die Hälfte aller Demenzfälle könnte sich verzögern lassen, wenn beeinflussbare Risikofaktoren gezielt angegangen werden. Das ist das Ergebnis einer Langzeitstudie zur Hirngesundheit älterer Erwachsener.
Vaskuläre Demenz, also Demenz infolge gestörter Durchblutung des Gehirns, steht in engem Zusammenhang mit verbreiteten kardiovaskulären Risikofaktoren. Die Studie begleitete Teilnehmende über einen längeren Zeitraum und untersuchte den Zusammenhang zwischen Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Herzerkrankungen und erhöhten Blutfettwerten einerseits sowie hirnstrukturellen Veränderungen, die mit vaskulärer Demenz assoziiert sind, andererseits. Die Ergebnisse legen nahe, dass sich fast die Hälfte aller Demenzfälle auf solche beeinflussbaren Risikofaktoren zurückführen lässt, wobei es sich um eine Assoziationsstudie handelt, die keine Kausalität belegen kann.
Was die Forschung auszeichnet, ist der gleichzeitige Blick auf mehrere Marker für Hirnschäden. Jeder Risikofaktor war einzeln mit spezifischen Hirnveränderungen assoziiert. Die Kombination von Faktoren wie Rauchen und Bluthochdruck war jedoch stärker mit Hirnveränderungen verbunden als jeder einzelne Risikofaktor für sich. Das deutet darauf hin, dass die gleichzeitige Bekämpfung mehrerer Risikofaktoren eine größere Wirkung haben könnte als die isolierte Behandlung eines einzelnen Problems.
Was „beeinflussbar" wirklich bedeutet
Beeinflussbare Risikofaktoren sind solche, die Menschen grundsätzlich durch Änderungen des Lebensstils oder durch Medikamente verändern können. Das Aufhören mit dem Rauchen, die Regulierung des Blutdrucks und die Behandlung erhöhter Cholesterinwerte fallen in diese Kategorie. Wichtig ist dabei: Es handelt sich um Zusammenhänge auf Bevölkerungsebene. Dass ein Risikofaktor in großen Gruppen mit mehr Demenzfällen assoziiert ist, bedeutet nicht, dass jede rauchende oder an Bluthochdruck leidende Person eine Demenz entwickeln wird oder dass die Veränderung dieses Faktors die Erkrankung mit Sicherheit verhindert.
Demenz verzögern als realistisches Ziel
Die Studie verwendet bewusst den Begriff „verzögern" statt „verhindern". Selbst eine Verzögerung des Demenzbeginns um wenige Jahre hat erhebliche Folgen für die Lebensqualität und die Pflegelast. Aus der Perspektive gesunden Alterns sind vaskuläre Gesundheit und Hirnalterung eng miteinander verknüpft, und eine frühzeitige Intervention bei mehreren Risikofaktoren gleichzeitig scheint den größten Nutzen zu bieten.
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