LRRK2-Inhibitor scheitert in Parkinson-Studie
Ein viel beachteter experimenteller Parkinson-Wirkstoff hat seinen ersten großen klinischen Test nicht bestanden. Die Therapie, die auf ein mit einer erblichen Form der Krankheit verbundenes Protein abzielt, konnte das Fortschreiten der Erkrankung bei den Patienten nicht verlangsamen.
Das von Biogen und Denali Therapeutics entwickelte Präparat richtet sich gegen das Protein LRRK2. Mutationen im für dieses Protein kodierenden Gen gelten als einer der bekanntesten genetischen Risikofaktoren für Parkinson. Erstmals identifizierten Forscher diesen Zusammenhang im Jahr 2004. Seitdem ist die Hemmung eines überaktiven LRRK2 ein intensiv verfolgter Forschungsansatz.
In der randomisierten Studie erhielten 648 erwachsene Parkinson-Patienten entweder ein Placebo oder den LRRK2-Inhibitor. Das Medikament verlangsamte den Krankheitsverlauf nicht. Das ist ein erheblicher Rückschlag für einen Ansatz, der jahrelang große Begeisterung ausgelöst hatte.
Was das Scheitern über die Strategie aussagt
Eine mögliche Erklärung ist, dass LRRK2-Mutationen nur bei einer Untergruppe von Parkinson-Patienten eine Rolle spielen. Die Mehrzahl der Studienteilnehmer trug wahrscheinlich keine LRRK2-Mutation. Die Hemmung des Proteins bringt wenig, wenn es nicht die Ursache der Erkrankung eines Patienten ist. Die Forscher analysieren nun, ob bestimmte Untergruppen doch ein Ansprechen gezeigt haben.
Das Scheitern fügt sich in ein breiteres Muster. Parkinson ist eine heterogene Erkrankung. Verschiedene Patienten weisen unterschiedliche Ursachen auf, selbst wenn ihre Symptome ähnlich erscheinen. Therapien, die auf ein einzelnes molekulares Ziel abzielen, wirken selten bei allen Betroffenen.
Konsequenzen für die künftige Forschung
Das Ergebnis erhöht den Druck, Parkinson-Patienten vor der Zuweisung zu Studien besser nach ihrem genetischen Profil zu stratifizieren. Ein LRRK2-Inhibitor könnte für Patienten, die tatsächlich eine LRRK2-Mutation tragen, dennoch bedeutsam sein. Diese Untergruppe ist kleiner, genetisch aber klarer definiert.
Für die breitere Parkinson-Forschungsgemeinschaft sind das enttäuschende Nachrichten. Doch das Ergebnis schärft zugleich die Richtung: Eine genetisch fundierte Präzisionstherapie erscheint als nächster Schritt zunehmend unausweichlich.
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Suchbegriffe: LRRK2 Parkinson clinical trial