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MRT kann Kollagen im Körper jetzt direkt abbilden

Redaktion LongevityWatch · 5. Juni 2026 · 1 min · English

Kollagen ist das häufigste Protein im menschlichen Körper. Jahrzehntelang war es im MRT unsichtbar. Das hat sich nun geändert.

Kollagen ist das Strukturprotein, das Haut, Sehnen, Knochen und Blutgefäße zusammenhält. Mit zunehmendem Alter nehmen Qualität und Menge des Kollagens ab. Das trägt zu fragileren Geweben, steiferen Gelenken und beschleunigter Organalterung bei. Dennoch war es bis jetzt nahezu unmöglich, Kollagen in lebendem Gewebe direkt darzustellen.

Forschende haben eine Methode entwickelt, mit der sich Kollagen mithilfe von MRT (Magnetresonanztomographie) direkt abbilden lässt. Das technische Hindernis war stets, dass die Resonanzsignale des Kollagens extrem kurzlebig sind und verschwinden, bevor der Scanner sie erfassen kann. Die Studie, veröffentlicht in der Fachzeitschrift eLife, beschreibt, wie das Team diese technische Hürde überwunden hat.

Warum das bisher nicht möglich war

Herkömmliche MRT-Verfahren funktionieren, indem sie Wassermoleküle im Gewebe messen. Kollagen enthält kaum freies Wasser und erzeugt Signale, die innerhalb von Mikrosekunden verschwinden – viel zu schnell für konventionelle Scanner. Die neue Technik nutzt modifizierte Pulssequenzen, also spezifische Muster von Radiowellen, die der Scanner aussendet, um auch diese extrem kurzlebigen Signale zu erfassen.

Das Ergebnis ist ein dreidimensionales Bild von Kollagen in lebendem Gewebe – ganz ohne Operation oder Biopsie. Klinisch könnte dies Ärzten ermöglichen, Kollagenveränderungen bei Erkrankungen wie Arthrose, Herzerkrankungen, Fibrose oder im Rahmen des Alterungsprozesses zu kartieren.

Was das für die Altersforschung bedeutet

Alterung geht mit strukturellen Veränderungen in der extrazellulären Matrix einher – dem Netzwerk aus Proteinen und Zuckermolekülen, das Zellen umgibt und stützt. Kollagen ist der Hauptbestandteil dieses Netzwerks. Indem Forschende Kollagenveränderungen über die Zeit verfolgen, können sie besser verstehen, wie Gewebe altern und ab wann diese Alterung klinische Relevanz erlangt.

Es handelt sich um einen methodischen Fortschritt mit weitreichenden Anwendungsmöglichkeiten – von der Diagnose von Bindegewebserkrankungen bis hin zur Messung von Therapieeffekten in der Longevity-Forschung.

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