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Forschung · Zellen & DNA

Nacktmulle altern ohne metabolischen Abbau

Redaktion LongevityWatch · 18. Juni 2026 · 1 min · English

Der Nacktmull lebt bis zu zehnmal länger als vergleichbar große Nagetiere. Neue Forschungsergebnisse bestätigen nicht nur, dass sein Ruhestoffwechsel außergewöhnlich niedrig ist, sondern auch, dass er sich über die gesamte Lebensspanne des Tieres kaum verändert.

Bei den meisten Säugetieren verändert sich die Ruhestoffwechselrate (RMR) mit zunehmendem Alter. Körperfunktionen werden aufwendiger aufrechtzuerhalten, Organe verlieren an Effizienz. Bei Nacktmullen scheint dieses Muster weitgehend zu fehlen – das zeigen neue Befunde, über die Fight Aging berichtet.

Ungewöhnlich niedrig und ungewöhnlich stabil

Forschende maßen die RMR in mehreren Altersgruppen und berücksichtigten dabei Körpermasse, soziale Rolle und kolonieweite Faktoren. Die Körpermasse erwies sich als bei weitem stärkster Prädiktor für den Energieverbrauch, was der allometrischen Skalierung entspricht, die für Säugetiere allgemein gilt. Die durchschnittlich gemessene RMR lag bei 45,5 ml O₂ pro Stunde – deutlich unter dem, was Vorhersagemodelle für Tiere dieser Größe schätzen würden (51,6 bis 71,1 ml O₂/h laut zehn veröffentlichten Modellen).

Entscheidend ist, dass das Alter keinen signifikanten Einfluss auf die RMR hatte, sobald die Körpermasse herausgerechnet wurde. Bei den meisten Säugetieren gehen Alterungsprozesse mit messbaren Veränderungen des Ruhestoffwechsels einher. Die Studie deutet darauf hin, dass dies mit vernachlässigbarer Seneszenz vereinbar ist – also dem nahezu völligen Ausbleiben jener biologischen Verfallsprozesse, die bei anderen Tierarten typischerweise mit dem Altern einhergehen.

Das Untergrundleben als evolutionärer Antrieb

Der niedrige RMR passt zum Lebensraum des Tieres. Stabile unterirdische Temperaturen verringern den Bedarf an Thermoregulation und senken damit den Energiebedarf. In einer Umgebung, in der Nahrung knapp und das Graben von Tunneln energieaufwendig ist, kommt ein minimierter Ruhestoffwechsel der gesamten Kolonie zugute.

Was dies für die außergewöhnliche Langlebigkeit des Nacktmulls bedeutet, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Membran-Schrittmacher-Hypothese besagt, dass die Lipidzusammensetzung von Zellmembranen die Widerstandsfähigkeit gegenüber oxidativem Schaden bestimmt. Eine niedrigere Stoffwechselrate bedeutet, dass Mitochondrien weniger oxidative Moleküle produzieren. Ob dies die wichtigste Erklärung ist oder ob andere Mechanismen gleichermaßen eine Rolle spielen, bleibt in der Forschung eine offene Frage.

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