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Forschung · Herz & Gefäße

Seneszente Zellen stören die Herzreparatur nach einem Herzinfarkt

Redaktion LongevityWatch · 11. Juli 2026 · 2 min · English

Nach einem Herzinfarkt startet der Körper eine Reparaturreaktion. Doch diese kann sich gegen ihn selbst wenden. Seneszente Zellen scheinen ein zentraler Treiber des Übergangs von der Heilung hin zu chronischen Schäden zu sein.

Wenn ein verstopftes Blutgefäß die Sauerstoffversorgung eines Teils des Herzens unterbricht, können überlebende Zellen in einen Zustand geraten, der als zelluläre Seneszenz bezeichnet wird. Sie stellen ihre Teilung ein und beginnen, ein Gemisch entzündlicher Moleküle auszuschütten, das zusammenfassend als seneszenzassoziierter sekretorischer Phänotyp (SASP) bekannt ist. Kurzfristig ist das durchaus nützlich: SASP-Faktoren rekrutieren Immunzellen, die abgestorbenes Gewebe beseitigen und die Narbenbildung koordinieren.

Allerdings beschreiben die Forschenden, wie dieser Prozess schädlich wird, wenn seneszente Zellen zu lange bestehen bleiben. In der Narbenzone stabilisiert ein anhaltender SASP das Gewebe übermäßig. In der angrenzenden Randzone stört er die elektrische Reizleitung und kann damit Herzrhythmusstörungen auslösen. Im umgebenden gesunden Gewebe treibt er ein kompensatorisches Remodeling voran, das schließlich zu Herzinsuffizienz führen kann.

Zeitpunkt und Ort bestimmen das Ergebnis

Eine zentrale Erkenntnis dieser Übersichtsarbeit ist, dass der SASP weder räumlich noch zeitlich einheitlich ist. In der Akutphase, unmittelbar nach dem Gefäßverschluss, verstärkt der SASP die Entzündung und die Immunzellrekrutierung. In der subakuten Phase hilft er, die Entzündung aufzulösen und Narbengewebe zu bilden. In der chronischen Phase, Wochen bis Monate später, fördert er pathologische Fibrose und elektrische Instabilität. Seneszente Zellen unmittelbar nach einem Herzinfarkt vollständig zu eliminieren wäre daher voraussichtlich kontraproduktiv, da dies die frühe Heilungsreaktion des Körpers untergraben würde.

Senolytische Therapie als Frage des richtigen Zeitpunkts

Die Forschenden legen nahe, dass senolytische Behandlungen, die seneszente Zellen gezielt zerstören, Herzpatienten zugutekommen könnten, wenn sie zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt werden. Der optimale Zeitpunkt ist bislang nicht bekannt. Frühere Arbeiten haben bereits gezeigt, dass Senolytika wie Dasatinib und Quercetin seneszente Zellen aus alterndem Gewebe wirksam entfernen können. Ob eine zeitlich gezielt abgestimmte Anwendung nach einem Myokardinfarkt chronische Herzschäden begrenzen kann, muss noch in klinischen Studien geprüft werden, die bisher nicht durchgeführt wurden.

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