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Forschung · Herz & Gefäße

Narbengewebe im alternden Herz: ein einzelner Rezeptor im Fokus

Redaktion LongevityWatch · 25. September 2026 · 1 min · English

Kardiale Fibrose gehört zu den gefährlichsten Folgen von Herzerkrankungen: Das Gewebe verliert seine Elastizität, und das Herz pumpt weniger effektiv. Forschende haben nun einen Signalweg identifiziert, der diesen Prozess über einen bislang kaum beachteten Rezeptor antreibt.

Wird das Herz durch einen Herzinfarkt oder anhaltend hohen Blutdruck geschädigt, reagiert der Körper mit Narbenbildung. Fibroblasten – die Bindegewebszellen des Herzens – werden aktiv und produzieren große Mengen an Fasermaterial. Kurzfristig ist das ein Schutzmechanismus. Langfristig macht er das Herzgewebe steifer, verschlechtert die Pumpfunktion und kann schließlich zu Herzinsuffizienz führen. Behandlungen, die diesen Prozess unterbrechen, sind bislang rar.

Ein übersehener Rezeptor im Mittelpunkt

Die Studie, veröffentlicht in Science, rückt einen atypischen G-Protein-gekoppelten Rezeptor – eine Art Zelloberflächenrezeptor, der Signale von außen ins Zellinnere weiterleitet – als zentralen Akteur der kardialen Fibrose ins Blickfeld. Atypische Rezeptoren dieser Klasse wurden weit weniger erforscht als ihre klassischen Pendants. Dennoch scheinen sie eine spezifische Rolle bei der Aktivierung von Fibroblasten und der Förderung der Bindegewebsproduktion im Herz zu spielen.

Die Forschenden zeigten, dass eine Blockade dieses Rezeptors in Tiermodellen die Narbengewebebildung reduzierte, ohne andere Herzfunktionen zu beeinträchtigen. Das ist bedeutsam, weil viele frühere Ansätze zur Behandlung kardialer Fibrose unerwünschte Nebenwirkungen auf Herzrhythmus oder Blutdruck verursachten. Ob der Rezeptor beim Menschen auf dieselbe Weise wirkt, müssen weitere Untersuchungen zeigen.

Bedeutung für das alternde Herz

Kardiale Fibrose tritt nicht nur nach einem Herzinfarkt auf – sie entwickelt sich auch im normalen Alterungsprozess. Herzgewebe versteift sich mit zunehmendem Alter schrittweise, was zum erhöhten Herzinsuffizienz-Risiko im späteren Leben beiträgt. Aus Sicht der Longevity-Forschung ist die Entdeckung einer molekularen Bremse für Fibrose, die möglicherweise auch altersbedingte Veränderungen betrifft, ein interessanter Ansatz – wenngleich weitere Forschung nötig ist, bevor sich daraus weitreichende Schlussfolgerungen ziehen lassen.

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Suchbegriffe zur Vertiefung: cardiac fibrosis G protein-coupled receptor | cardiac fibroblast activation signalling | myocardial stiffness aging

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