Neues Alzheimer-Medikament zeigt in Studie geringes Hirnblutungsrisiko
Bestehende Medikamente, die Amyloid aus dem Gehirn entfernen, können bei manchen Patienten kleine Hirnblutungen oder Hirnschwellungen verursachen. Ein neues Mittel in einer frühen klinischen Studie zeigte davon kaum etwas. Ob es tatsächlich wirkt, ist noch ungeklärt.
Amyloid ist ein Protein, das sich im Gehirn von Alzheimer-Patienten zu Plaques ansammelt. Medikamente, die auf diese Plaques abzielen, existieren bereits und sind in den USA zugelassen. Sie bergen jedoch ein erhebliches Risiko: eine Nebenwirkung namens ARIA (amyloid-related imaging abnormalities). ARIA tritt in zwei Formen auf: als winzige Hirnblutungen (ARIA-H) und als Hirnschwellung (ARIA-E, die schwerwiegendere Variante).
Was zeigten die Zwischendaten?
ProMIS Neurosciences führt eine klinische Studie mit einem auf Amyloid ausgerichteten Medikament durch. Eine verblindete Zwischenanalyse, die Sicherheitsdaten von Patienten mit dem Wirkstoff und solchen mit Placebo zusammenfasste, ergab eine Gesamt-ARIA-Rate von 4,4 %. Alle Fälle verliefen mild und ohne Symptome. Kein Patient entwickelte ARIA-E. Die Forscher berichteten über diese vorläufigen Sicherheitsbefunde.
Zum Vergleich: Zugelassene Medikamente wie Lecanemab und Donanemab weisen deutlich höhere ARIA-Raten auf. ARIA-E tritt bei einem Teil der Patienten unter diesen Mitteln auf und kann in seltenen Fällen schwerwiegend sein.
Was bleibt ungeklärt?
Ein wichtiger Vorbehalt: Die Analyse war verblindet, das heißt, Patienten, die den Wirkstoff erhielten, wurden noch nicht von jenen getrennt, die ein Placebo bekamen. Die spezifische ARIA-Rate in der behandelten Gruppe allein ist daher weiterhin unbekannt. Ob das Medikament tatsächlich Amyloid abbaut und einen kognitiven Nutzen bietet, lässt sich aus dieser Zwischenanalyse nicht ableiten.
Die Ergebnisse sind auf dem Gebiet der Sicherheit vielversprechend, sollten aber mit Vorsicht bewertet werden. Frühe Sicherheitsdaten sagen wenig über die Wirksamkeit aus. Es lohnt sich zu beobachten, ob ein sichererer Amyloid-Ansatz möglich ist, doch handelt es sich dabei noch nicht um einen klinisch bewiesenen Fortschritt.
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