Protein-Karte der Zilien enthüllt Ursachen von Lungenerkrankungen
Winzige Härchen auf den Lungenzellen halten die Atemwege sauber. Wenn sich diese Härchen nicht mehr richtig bewegen, entstehen chronische Erkrankungen. Neue Forschungsergebnisse zeigen auf molekularer Ebene genau, wie es dazu kommt.
Zilien sind mikroskopisch kleine, haarähnliche Strukturen auf Zellen, die Schleim und Partikel transportieren. Sie sind in den Atemwegen, im Kreislauf der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit sowie bei der Fortpflanzung von Bedeutung. Eine Erbkrankheit, bei der sich Zilien abnormal bewegen, wird als primäre Ziliendyskinesie (PCD) bezeichnet. Sie verursacht chronische Lungeninfektionen, Sinusitis und in schweren Fällen einen Flüssigkeitsstau im Gehirn (Hydrozephalus).
Die Forschenden kartierten, welche Proteine gemeinsam die sogenannte C2a-Projektion bilden, einen Bestandteil der inneren Zilienstruktur, der die Bewegung dieser haarähnlichen Strukturen steuert. Dafür nutzten sie drei Mausmodelle, bei denen jeweils ein entscheidendes Gen ausgeschaltet worden war. Die Ergebnisse wurden in eLife veröffentlicht.