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Forschung · Zellen & DNA

Protein SIRT3 verlangsamt die Bandscheibenalterung bei Mäusen

Redaktion LongevityWatch · 14. Juli 2026 · 1 min · English

Rückenschmerzen durch degenerierte Bandscheiben gehören weltweit zu den häufigsten altersbedingten Beschwerden. Erste Anzeichen können bereits vor dem 40. Lebensjahr auftreten. Eine neue Mausstudie identifiziert ein zelluläres Protein, das den Schaden verlangsamen könnte.

Bandscheiben sitzen zwischen den Wirbelkörpern und halten die Wirbelsäule beweglich. Mit der Zeit verlieren sie Wasser und strukturelle Stabilität. Laut den Forschenden ist dieser Prozess eng mit zwei Kennzeichen des Alterns verknüpft: mitochondrialer Dysfunktion und zellulärer Seneszenz. Seneszente Zellen hören auf, sich zu teilen, sterben aber nicht ab; stattdessen setzen sie entzündliche Signalstoffe frei, die das umliegende Gewebe schädigen.

SIRT3 als zentraler Regulator

Das Protein SIRT3 steuert, wie Mitochondrien Energie produzieren. In menschlichem Bandscheibengewebe korrelierte ein niedrigerer SIRT3-Spiegel mit stärkerer Bandscheibendegeneration. Bei Mäusen führte das Ausschalten des Sirt3-Gens zu einer deutlichen Verschlechterung der Bandscheiben, verbunden mit erhöhten Entzündungsmarkern und Anzeichen von Seneszenz. Die mitochondriale Funktion nahm ab, und sowohl die Kalziumsignalgebung als auch die ATP-Produktion waren gestört. ATP ist die wichtigste Energiewährung der Zelle.

Das Team identifizierte zwei Hub-Gene, Ckm und Atp2a1, die SIRT3-Defizienz mit diesen Störungen verbinden. Anschließend wurde eine SIRT3-aktivierende Verbindung namens 2-APQC an gealterten Mäusen getestet. Behandelte Tiere zeigten eine wiederhergestellte mitochondriale Funktion, weniger Entzündungen und geringere Anzeichen von Seneszenz im Bandscheibengewebe.

Was das über den Mausversuch hinaus bedeutet

Es handelt sich um Tierversuche, und ob derselbe Mechanismus beim Menschen greift, ist noch nicht belegt. Der Zusammenhang zwischen niedrigem SIRT3 und Bandscheibendegeneration wurde jedoch auch in menschlichen Gewebeproben beobachtet, was die Befunde zusätzlich stützt. Aus der Perspektive der Langlebigkeitsforschung ist der Befund bemerkenswert, dass mitochondriale Dysfunktion und Seneszenz hier miteinander verknüpft sind: Die Verbesserung des einen scheint dem anderen zugutezukommen.

Chronische Rückenschmerzen sind weltweit eine der häufigsten Ursachen für Behinderungen. Eine Behandlung, die an der zugrunde liegenden Bandscheibenbiologie ansetzt, statt lediglich Schmerzen zu lindern, könnte einen bedeutsamen Fortschritt darstellen. Das bleibt vorerst eine Perspektive, doch der Mechanismus ist nun in erheblich größerem Detail kartiert.

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