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Forschung · Knochen

Retinale Altersuhr verfolgt das Fortschreiten von Osteoporose

Redaktion LongevityWatch · 23. Mai 2026 · 2 min · English

Ein Scan der Netzhaut kann mehr enthüllen als den Zustand der Augen. Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass eine auf Netzhautbildern basierende Altersuhr mit dem Fortschreiten des Knochenabbaus (Osteoporose) bei älteren Erwachsenen korreliert.

Auf den ersten Blick erscheint der Zusammenhang unwahrscheinlich. Augen und Knochen haben biologisch wenig gemein. Doch Alterung verläuft nicht zufällig. Den meisten Formen körperlichen Verfalls liegen dieselben grundlegenden Ursachen zugrunde: angesammelter Zellschaden, chronische Entzündungen im Niedriggradbereich und der Verlust von Gewebefunktion. Dieser gemeinsame Ursprung bewirkt, dass scheinbar unzusammenhängende Aspekte des Alterns dennoch dazu neigen, miteinander zu korrelieren.

Die Forscher setzten ein bestehendes Modell ein, das das biologische Alter anhand von Mustern in Netzhautfotografien schätzt. Dieser Schätzwert erwies sich als geeignet, vorherzusagen, wie schnell die Knochendichte der Teilnehmer abnahm. Je höher das vom Netzhautscan angezeigte biologische Alter, desto größer die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Knochendichteverlusts.

Die Netzhaut als Fenster in den Körper

Die Netzhaut ist eine der wenigen Stellen im Körper, an denen Blutgefäße und Nervengewebe ohne invasive Eingriffe direkt sichtbar sind. Das macht sie zu einem attraktiven Messpunkt für den allgemeinen biologischen Zustand des Organismus. Die Forscher argumentieren, dass Veränderungen in der Netzhaut teilweise dieselben Prozesse widerspiegeln, die anderswo im Körper ablaufen – einschließlich im Knochengewebe.

Osteoporose selbst ist eine der häufigsten Ursachen für Behinderung und Tod bei älteren Erwachsenen. Hüftfrakturen nach einem Sturz führen bei einem erheblichen Anteil der Betroffenen zu anhaltendem Funktionsverlust oder zum Tod. Eine frühzeitige Erkennung ist daher von großer Bedeutung, doch die Standardmethode – eine Knochendichtemessung per DEXA-Scan – ist nicht flächendeckend verfügbar und wird nicht routinemäßig eingesetzt.

Nicht-invasives Screening über die Augen

Sollten Netzhautscans das Risiko für Knochenschwund zuverlässig anzeigen können, würde das den Weg für ein einfaches, nicht-invasives Screening ebnen. Eine Augenuntersuchung ist kostengünstiger und zugänglicher als ein DEXA-Scan. Netzhautbilder sind zudem bereits über die routinemäßige Augenheilkunde weit verbreitet.

Die Studie belegt eine Korrelation, keine Kausalbeziehung. Es bleibt offen, ob die retinale Altersuhr allein ausreichend Informationen liefert, um das Knochenrisiko vorherzusagen, oder ob zusätzliche Daten weiterhin erforderlich sein werden. Folgestudien müssen den klinischen Nutzen eingehender kartieren.

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Suchbegriffe: retinal aging clock osteoporosis

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